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Was tun bei Burnout?

Burnout betrifft uns heute alle, direkt oder indirekt. Deshalb gehört zum professionellen Handwerkszeug zu wissen, wie wir die Gefährdung einschätzen, Warnzeichen erkennen und – im Falle des Falles - Gegenmaßnahmen ergreifen. So halten wir uns gesund und leistungsfähig und kommen, wenn es uns erwischt, schnell wieder auf die Beine. So verhindern wir Schlimmeres für uns und andere. Wie? Hier eine Kurzanleitung.

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Vorab ein Hinweis: Dieser Text ist ein schneller Überblick. Für mehr und detaillierte Infos, finden sich hier im Blog ausführlichere Posts zum Thema, z.B.


Was ist Burnout?

Burnout bedeutet, körperlich und seelisch total erschöpft zu sein. Meist heißt das auch: in einer tiefen Sinnkrise zu stecken (was die Sache lebensgefährlich macht). Betroffene fühlen sich: Leer. Ausgelaugt. Überfordert. Unglücklich.  

Und das oft sehr plötzlich, obwohl sich dieser Zustand meist über längere Zeit hinweg aufbaut. Und zwar wegen langanhaltendem Stress in einem oder mehreren Lebensbereichen. Das bringt den Stoffwechsel durcheinander und schränkt die Fähigkeit ein, "normal", also authentisch und klar zu fühlen, zu denken und zu entscheiden. Wie kommt es dazu?  

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Wie entsteht Burnout typischerweise?

Burnout entsteht häufig, weil Menschen sich überengagieren und dabei ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen. Dies geschieht typischerweise in Phasen, die das Modell der Burnout-Uhr (Freudenberger) beispielhaft wie folgt zusammenfasst (ausführlich hier beschrieben):

  1. Sich beweisen: Hohe Motivation und Idealismus.
  2. Verstärkter Einsatz: Freude an der Aufgabe, oft verbunden mit übermäßigem Einsatz (z.B. Überstunden oder emotionalem Engagement) .
  3. Subtile Vernachlässigung eigener Bedürfnisse: z.B. indem die Aufgabe immer öfter über Privates priorisiert wird, Pausen und Erholung werden seltener.
  4. Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen: Erste Anzeichen von eigener Unzufriedenheit oder jener im Umfeld werden ignoriert.
  5. Werte umdeuten: Das Engagement an der Aufgabe wird generell über persönliche Bedürfnisse gestellt.
  6. Probleme verleugnen: Gesundheitliche oder soziale Probleme oder Konflikte werden überspielt oder ausgeblendet.
  7. Sozialer Rückzug: Kontakte zu Freunden und Familie werden weniger (wechselseitiges Phänomen).
  8. Offensichtliche Verhaltensänderung: Umfeld zieht sich in der Folge resigniert zurück.
  9. Depersonalisation: Gefühl der Entfremdung von sich selbst.
  10. Innere Leere: Verlust der Freude am Leben.
  11. Schwere Depression: Psychosomatische Symptome und depressive Züge (übermäßige Aggression und Autoaggression, Antriebslosigkeit).
  12. Völlige Erschöpfung: Nichts geht mehr, sowohl körperlich als auch seelisch, Gefahr der schweren Depression.
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Was tun bei Burnout?

Egal, wo man sich auf dem Weg befindet: Wenn du das Gefühl hast, dass du von Burnout betroffen sein könntest (oder andere in deinem Umfeld), ist es wichtig, so schnell wie möglich zu handeln:
  • Nimm die Warnzeichen ernst: Deine Gesundheit hat oberste Priorität (alles andere ist höchst UNPROFESSIONELL!!!) Nimm körperliche oder seelische Warnsignale ernst. Ignoriere sie nicht. Heißt auch: Wenn es dir schlecht geht, lass dich krankschreiben, egal, wie viel Arbeit du denkst noch abarbeiten zu müssen. Nur wenn es dir gut geht, kannst du für andere da sein und deine Aufgaben gut bewältigen.
  • Hole dir professionelle Hilfe: Und zwar bitte erst einmal medizinische. Burnout ist ein Problem für Ärzte und Therapeuten. Coaches haben in aller Regel keine Ausbildung Burnout überhaupt zu erkennen. Und als Krankheit dürfen sie Burnout (aus gutem Grund) sowieso nicht behandeln.
  • Gehe also zum Arzt, idealerweise zu PsychiaterInnen oder PsychotherapeutInnen. Diese SpezialistInnen bieten die nötige Unterstützung und helfen professionell, einen Behandlungsplan zu erstellen. In akuten Krisenfällen (die öfter vorkommen als man denkt) sind psychiatrische Notfallabteilungen rund um die Uhr erreichbar. Auch Krisendienste und die Telefonseelsorge sind hilfreiche Anlaufstellen.
  • Vertraue dich anderen an: Sprich mit (wirklich) vertrauenswürdigen Personen über deine Situation. Du wirst dich wundern, wie viele Menschen auch in deinem eigenen engsten Umfeld solche Situationen kennen. Auch sich mit anderen direkt Betroffenen auszutauschen hilft ungemein. In Selbsthilfegruppen findest du betroffene Menschen, die vielleicht nicht die genau gleichen, aber sicher sehr ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen wie du.
Neben all dem ist wichtig, sich um einen gesunden Lebensstil zu bemühen, um Burnout langfristig vorbeugen, also erst gar nicht aufkommen zu lassen oder Symptome zu lindern und wieder zu genesen:
  • Sorge für ausreichend Pausen und genügend Schlaf. Pausen und vor allem Schlaf sind essenziell für die Regeneration des Körpers und Geistes (Stoffwechsel!).
  • Eine ausgewogene Ernährung unterstützt deinen Stoffwechsel und dein allgemeines Wohlbefinden. Achte darauf, regelmäßig und bewusst zu essen, trinke ausreichend Wasser und vermeide übermäßigen Konsum von Alkohol, Zucker und Koffein.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Durchblutung und hilft, Stress abzubauen. Schon 30 Minuten moderate Bewegung täglich können einen großen Unterschied machen. (Damit ist nicht unbedingt Sport gemeint, auch Gehen oder Spazierengehen zählt darunter!)
  • Lerne Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung. Diese Methoden helfen dir, nach und nach zur Ruhe zu kommen und im Alltag gelassener zu sein.
  • Achte auf deine Gedanken und versuche, negative Denkmuster (Katastrophenszenarien, Defizitorientierung) zu durchbrechen oder ihnen bewusst positive Bilder gegenüberzustellen. Eine positive Haltung dir selbst und anderen gegenüber hilft, Stress besser zu bewältigen und die Dinge konstruktiv und zukunftsorientiert anzugehen.

Wie geht es weiter?


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Um sich von einem Burnout zu erholen braucht man Wissen, Geduld und Zeit (Ja, ich weiß...). Dabei ist es wichtig, nicht nur die Symptome nach und nach loszuwerden (was schon schwer genug ist), sondern auch die Ursachen zu verstehen und zu verändern. 

Und genau das ist der Vorteil. Indem du dich all dem stellst, veränderst du langfristig und nachhaltig Lebensweise und Denkmuster und kannst so wieder zu einem gesunden und zufriedenerem Leben finden.

Das ist natürlich eine relativ große Aufgabe. Aber erstens ist es eine Aufgabe, vor der du keine Angst haben musst oder zumindest nicht haben solltest. Denn große Aufgaben scheuen Menschen wie du, also leistungsorientierte Menschen, die von Burnout gefährdet sind, für gewöhnlich selten (was ja Teil des Problems ist). 

Jetzt geht es um dein wichtigstes eigenes Projekt, das du angehst. Wieso solltest du ausgerechnet da nicht mit dem Erfolgswillen und dem Können rangehen, die du bei allen anderen Projekte an den Tag legst?

Zweitens musst du diese Aufgabe nicht alleine stemmen. Es gibt so viele Hilfsmöglichkeiten, die du dir auf deinem Weg zu Nutze machen kannst. Zögere nicht, diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen!

Du und alles, was dir wichtig ist, werden davon profitieren!


Edgars eigener Blog: www.trellisterium.de
Edgars Podcast: trellisterium.podbean.com 

Edgar Rodehack ist Teamwork-Enthusiast mit einem Faible für agile und gesunde Formen der Zusammenarbeit. Da trifft es sich natürlich gut, dass er das beruflich macht. Er ist Organisationsberater, Business und Agile Coach, Teamentwickler und Moderator. Außerdem ist er ein Mensch mit Frau und drei Kindern, der viel Spaß am Musikmachen, Schreiben und Lesen hat. Mehr über ihn: www.rodehack.de


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