Eine Analogie mit Serien
Die Produktion von Serien ist eine schöne Analogie für die Vielzahl von Aufgaben, die Teams zu erledigen haben. Der Vergleich hilft uns, die Verantwortung und die Aufgaben besser zu verwalten. Wir unterscheiden folgende Ebenen:
- Studio/Produktionsgesellschaft: Diese Firma verdient mit Serien ihr Geld. Die Studiobosse entscheiden, für Serien sie ihr Geld ausgeben. Es kann sein, dass die Gesellschafter bestimmte Serien erwarten oder vorschreiben. Sie geben neue Serien und Staffeln frei.
- Franchise, Serie: Eine Showrunnerin oder ein Showrunner ist für ein Franchise oder eine Serie verantwortlich. Sie oder er überlegt sich ein Ziel oder Konzept für eine Staffel.
- Staffel: Jede Staffel hat eine Head-Autorin oder einen Head-Autoren. Sie planen den Spannungsbogen, der zum Staffelziel passt.
- Episode: Bei großen Serien gibt es oft für jede Episode eine eigene Regisseurin oder einen eigenen Regisseur. Diese Person ist operativ für die Umsetzung verantwortlich.
- Szene: Die Schauspielerinnen und Schauspieler setzen mit der Crew eine Szene nach der anderen um.
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Arbeitsmittel je Ebene
Anhand der Arbeitsmittel verstehen wir sehr schnell, was die wichtigen Fragen sind.
- Studio/Produktionsgesellschaft: Portfolio der Serien.
- Franchise, Serie: Franchise-Bibel, Serienbibel, Exposé
- Staffel: Treatment
- Episode: Drehbuch, Skript
- Szene: Drehplan, Call Sheet
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| Stichworte zu jeder Ebene (eigene Darstellung) |
- Auf Ebene eines Unternehmens ist das Portfolio interessant, mit denen es Geld verdient.
- Die Ebene der Serie entspricht einer Vision, einer Strategie oder dem Projektauftrag.
- Die Staffelebene wird durch Roadmaps, Quartalsziele, Meilensteine, Product Backlogs oder die Beschreibung der Projektphasen abgebildet.
- Der Episodenebene entsprechen konkrete Arbeitspakete, Lastenhefte, User Storys oder das Sprint Backlog.
- Auf der Ebene der Szenen haben wir Checklisten, Tagespläne oder Tickets
Übersicht und Entscheidungsfreiheit
- Serienboard: Eine Übersicht über alle Serien, die in Planung, in Produktion oder in der Postproduktion sind. Wenn neue Themen aufkommen, können sie nur bearbeitet werden, wenn anderen Serien, die (nur) in der Planung sind, verschoben werden. Das Verschieben von Serien, die schon in der Produktion sind, ist NICHT erlaubt. Es sieht nur auf dem Papier einfach aus, ein paar Termine zu verschieben. In der Praxis sind die entsprechenden Warteschlangen sehr voll. Kleine Störungen schnell zum Stillstand des Gesamtsystems. Serien in der Produktion werden so schnell es geht abgeschlossen und nicht unterbrochen oder verschoben.
- Staffel- und Episodenboard für eine konkrete Staffel: Jede Staffel bekommt ein eigenes Board. Der „Staffelowner“ ist für das Abliefern verantwortlich. Er oder sie bekommt große Freiheiten, um innerhalb des vereinbarten Rahmens (z. B. Budget, Anzahl der Folgen, Verfügbarkeit der Schauspieler:innen) ein gutes Werk abzugeben. Er oder sie braucht auch einen Puffer für unvorhergesehene Ereignisse, um reagieren zu können. Wenn der Produktionsauftrag für eine Staffel erteilt wurde, können die Beteiligten davon ausgehen, dass alle wichtigen Fragen vorher geklärt wurden.
- Persönlicher Arbeits- oder Tagesplan: Hier kann jedes Teammitglied der eigenen Logik folgen. Jedes Teammitglied sollte ebenfalls Puffer vorsehen, um die Tagesziele zu erreichen. Die Regisseure sprechen ihre Pläne immer wieder rechtzeitig ab und verlassen sich auf die gute Arbeit der Crew.
Auf diese Weise können wir die Boards übersichtlich und den Abstimmungsaufwand gering halten.
Hilft Euch diese Analogie? Wer mit Serien nichts anfangen kann, sucht nach anderen Vergleichen. Mir fallen beispielsweise Flüge ein. Die Fluggesellschaft legt die Linien oder Relationen fest, auf denen geflogen wird. Für jede Relation gibt es verantwortliche Koordinatoren. Und es gibt die einzelnen Flüge, für die tagesaktuelle Pläne erstellt werden.

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