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Sie sind doch ganz anders! Ein Vorschlag für Scrum, das zu Ihnen passt feat. Scrum@Scale

Agilität ist in aller Munde. Scrum könnte man längst als eine Art Mainstream bezeichnen. Skalierungsrahmenwerke boomen. Trotzdem bringt der Einsatz der Frameworks manchmal nicht den gewünschten Erfolg. „Bei uns passt das eben nicht, wir müssen da anpassen!“ Recht haben Sie. Scrum@Scale von Scrum Co-Erfinder Jeff Sutherland ist mit Hilfe von zahlreichen Trainern und Coaches und deren Praxiserfahrung entstanden und hilft Ihnen dabei, hier die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Scrum für einzelne Teams kennen wir. Doch was braucht es, wenn man diese Arbeitsphilosophie auf die gesamte Organisation übertragen möchte? 


Glücklicherweise erst mal nicht mehr als Scrum mit einigen Teams. 
Dieses Scrum sollte allerdings gut funktionieren und als Referenz für weitere, kommende Scrum Teams dienen. Scrum, so wie es das Minimalset an Regeln im Scrum Guide beschreibt, sollte hier umgesetzt und erhalten sowie geübt werden. 
In kurzen Zyklen auf die Ergebnisse und die Zusammenarbeit schauen und sich inkrementell verbessern. Immer wieder eine neues Experiment machen: wie können wir hier besser zusammenarbeiten? Was können wir automatisieren? Wie können wir uns besser abstimmen, uns Last von den schultern nehmen? Was haben wir gelernt, über uns, über das Produkt? Wie könnte das nicht funktionieren? 
In diesen ersten Referenzteams sammeln Sie für Ihren organisationsspezifischen Kontext wertvolle Erfahrungen. Auf welche Probleme sind wir gestoßen und wie haben wir sie gelöst? Wo haben wir Bottlenecks erkannt? Wo haben wir gemerkt, dass wir aneinander vorbei arbeiten? Wo haben wir Qualitätsstandards und Teamvereinbarungen festgehalten?

Unterstützen Sie diese Teams dafür mit einem Executive Action Team oder EAT. 
Peter Fischbach schrieb hierzu in seinem Artikel "Die wichtigste Komponente in einer Scrum-Transition":

"Im Kern ist die Aufgabe dieses Teams, dass Scrum in der Organisation funktioniert. Das EAT besteht aus Personen in einem Unternehmen, die politisch und finanziell bevollmächtigt sind, eine „agile Blase“ aufzubauen. In dieser Blase arbeiten ein oder mehrere Teams erfolgreich nach Scrum. Alle Hindernisse, die die Teams nicht allein beseitigen können, werden vom EAT beseitigt.
Dem EAT gehört das agile Ökosystem, es implementiert die Scrum Werte und stellt sicher, dass die Scrum Rollen geschaffen und unterstützt werden.

Das EAT besteht daher häufig aus Führungskräften, die das Arbeitssystem in der Organisation verbessern wollen - und können. Sie arbeiten ebenfalls als Scrum Team. Sie haben u.a. einen Product Owner, der ein Interesse an der Scrum Transformation hat. Sie oder er pflegt ein Transformations-Backlog, in dem alle Maßnahmen und Hindernisse erfasst werden, um Scrum in der agilen Blase zu verbessern."

Wichtig ist, dass Sie erst neue Teams aufbauen und ggf. anschließen, wenn diese ersten Teams gut laufen. Dazu gehört auch, dass sie durch Hindernisbeseitigung schon messbar mehr schaffen können, als zu Beginn. Sie wollen gutes Scrum in der Organisation verbreiten. Welchen Sinn ergäbe es auch, ein dysfunktionales System zu skalieren? Ein Executive Action Team wird niemals Scrum weiter in der Organisation ausbreiten, bevor das Referenzmodell nicht gut funktioniert.


Der Big Rumms


In Deutschland ist eine Art „Big Bang“ Methode sehr beliebt. Aus meiner Arbeit mit eduScrum in Holland und dem Feedback, das ich von dort oder auch von den Kollegen der Scrum Inc. erhalte, zeichnet sich ab, dass während man sich anderswo eher auf etwas neues einlässt und es ausprobiert, viele deutsche Zeitgenossen länger brauchen, um überzeugt zu sein. Dann sind sie allerdings wild entschlossen und setzen alle Hebel in Bewegung.
Diese Tatkraft ist wunderbar, wird aber aufgrund von Missverständnissen oft ungünstig eingesetzt. 
So schulen viele große Unternehmen in einem relativ kurzen Zeitraum sehr viele bis alle Mitarbeiter und rollen die Transition mit Hilfe eines gewählten, oft präskriptiven  Skalierungsrahmenwerkes großflächig aus. Oftmals bleibt hier leider keine Zeit dafür, um organisationseigene Erfahrungen mit Scrum zu sammeln. Viele Teams entstehen, in denen Mitarbeiter keine guten Erfahrungen mit Scrum machen.
Die ersten Schritte des Referenzmodells und des EAT werden übersprungen. Eine Struktur wird über die Organisation gestülpt und Teams in einen starren Rahmen gepresst.

Das finde ich erstaunlich. Denn an dieser Stelle kann ich Ihnen nur beipflichten: Inspektion und Adaption sind universell einsetzbar, die Art und Weise, wie Sie Ihr Unternehmen aufzubauen haben allerdings nicht. Ja, Sie sind ganz anders! Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: vielleicht sind Sie eine einem Jahr auch ganz anders als heute?


Wie also vorgehen? 


Scrum@Scale beschreibt dafür verschiedene Komponenten mit Inputs, die benötigt werden, damit ein Bereich funktioniert, wie auch Outputs - Daten, die Sie an anderer Stelle benötigen. Je nach Ihrer persönlichen Situation können Sie an genau dort anfangen zu optimieren, wo es strategisch für Sie am wichtigsten ist oder Sie aktuell die größten Schmerzen haben. 
Vielleicht benötigen Sie ein Unternehmensbacklog, um Fokus zu schaffen und Taskswitching zu vermeiden. Vielleicht können Sie Stakeholder-Feedback im Moment nicht gut integrieren oder gar bekopmmen. Vielleicht hakt es bei Ihnen aber auch auf der anderen Seite und Sie wollen sicherstellen, dass die Teams tatsächlich liefern können. Und so arbeiten Sie sich stück für Stück vor.

Wichtig bei aller gewonnenen Struktur ist, dass jedes Team unabhängig etwas liefern kann und Sets von Teams, die gemeinsam an einem Produkt oder einer Funktionalität arbeiten, auch gemeinsam unabhängig liefern können. 
Achten Sie hierbei auf die Schnittstellen. Diese sollten stabil sein und sich in jedem Einzelteam gleichen. Vorbild hierfür sind biologische Systeme oder z. B. das Internet. Auf diese Art und Weise vermeiden sie Overhead und „Waste“ in Ihrem System und können jederzeit neue Teams anschließen, wenn die Lage im Markt sich verändert. 
Wahre Business-Agilität!



Unser nächstes Scrum@Scale-Seminar, in dem wir die Komponenten beschreiben und üben, können Sie am 15. und 16.10.2019 in Berlin besuchen. Peter Fischbach und Alisa Stolze freuen sich hier auf Sie!


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