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Scrum-Varianten für den Weihnachtsbaum

Bald ist Weihnachten. Da kann man ja auch mal entspannen. Daher dürfen Sie sich für Ihre Organisation etwas Scrum wünschen. Die Wichtel von Scrum-Events haben daher ihre Lieblings-Scrum-Varianten aus diesem Jahr zusammengetragen. (Es sind einige Klassiker dabei.)

Nr. 1 California-Laid-Back-Hippie-Scrum: Diese Variante kommt von Jeff Sutherland. Hier nutzen wir Scrum, um mal die Füße hochzulegen. Agil bedeutet: "Kein Stress, Leute. Fertig ist, wenn's fertig ist." Passt schön in diese Jahreszeit, wenn schon alle Businessziele aufgebraucht sind.

Foto von Element5 Digital bei Unsplash
Nr. 2 „Zwischen-den-Sprints-sollen-meine-Leute-auch-mal-arbeiten-können“-Scrum: Dieses Scrum lässt Teams gut aussehen. Man merkt auf den ersten Blick, dass hier Profis arbeiten. Es gibt aufwändig gestaltete Team-Boards mit viel Liebe zum Detail. Wer entspannen möchte, verliert sich einfach in den Hunderten von kleinen Zetteln. Wenn ein Sprint um ist, lassen wir uns Zeit, bis der nächste Sprint beginnt. Und in der Zeit können wir die richtige Arbeit erledigen.

Nr. 3 Scrum Projektmanagement: Damit brauchen Sie Ihr Projekt nicht mehr zu planen. Es ist keine Vorbereitung nötig. Dokumentation kann man sich sparen. Scrum erledigt alles für Sie. Ergebnisse werden von Sprint zu Sprint geschoben. Das darf man jetzt, weil man agil ist.

Nr. 4 Die Scrum-Methode: Hier nutzt man Scrum nicht nur für Projekte, sondern generell für alles. Aber keiner kann genau sagen, wofür. Bleibt ein wenig geheimnisvoll. Gern genommen von Menschen, die anderen eine Freude machen wollen.

Nr. 5 Oberstufen-Deutsch-LK-Scrum: DAS Scrum zum Diskutieren und Abwägen. Alle nehmen sich Zeit, um ausführlich über die Zuständigkeiten zu philosophieren. Im Kern dieser Methode steht die Frage, ob die Aufgabe nun auf einen Zettel gehört oder nicht. Zudem wird der Scrum Guide genau gelesen und einzelne Worte interpretiert. Die Scrum-Väter haben sich bei den Formulierungen schließlich etwas gedacht.

Nr. 6 Aber-Scrum: Eine Variante für Optimisten und die Positivgestimmten. Grundsätzlich sei man ja für Scrum. Aber Scrum passt in unserer Branche nicht und wir haben es verändert. Bei unseren Produkten kann man ja nicht mit jedem Sprint liefern. Zudem dürfe man das Ganze ja nicht zu dogmatisch sehen. Man mache ja Scrum, aber wirklich an jedem Sprintende eine Retrospektive abhalten, sei ja nicht nötig. So viel könne man sich ja gar nicht verbessern.

Nr. 7 Klavierunterricht-Scrum: Auch bekannt als Teilzeitscrum. Wir treffen uns einmal in der Woche für 45 Minuten im Scrum-Team. Darüber habe ich schon im April 2017 geschrieben. Gut für Leute, die einfach nicht so viel Zeit haben.

Nr. 8 Umsetzung der Scrum-Basiselemente: Das beliebte Baukastensystem für den Einsteiger, damit man schon einmal mit einzelnen Elementen Erfahrungen sammeln kann. Wer diese beherrscht, kauft Erweiterungssets wie „Scrum-Werte“, „Inspektion und Adaptation“ oder „Ergebnisse liefern“.

Nr. 9 Deine-Party-ist-nicht-cool-Scrum: Dieses Scrum gibt es nur in Buchform und enthält viel Scrum-Wissen. Ein Muss für Berater und Agile Coaches. Sie brauchen selbst kein Scrum machen, können aber sofort sehen, wo die Kunden oder Teams Fehler machen. Sie erkennen diese Berater übrigens sofort an ihrer munteren Begrüßung: „DAS IST NICHT AGIL!“

Nr. 10 Scrum Light (=Kanban): Ganz neu in diesem Jahr auf der Liste und gleich unser Liebling: „Wir machen hier Scrum Light, also Kanban.“ Gut für Leute, die im Moment keine Zeit haben, sich mit den Details zu beschäftigen und denen Swimlanes an der Wand einfach wichtig sind. Wie steht man denn sonst da, wenn die anderen agilen Mitbewerber vorbei schauen?

***

Die Autorinnen und Autoren des Teamwork-Blogs wünschen allen Leserinnen und Lesern eine schöne Weihnachtszeit, so wie es gerade möglich ist. 

Wir denken ganz besonders an alle, die in diesem Jahr allein sein werden, obwohl sie gern mit ihrer Familie oder Freunden zusammen wären. Das betrifft nicht nur ältere Menschen zu Hause oder in Heimen. Es gibt auch einige Beraterinnen und Berater, die allein leben. Sie sind alle müde von den vielen Videokonferenzen in diesem Jahr. Trotzdem fehlen ihnen Kontakte, Berührungen oder das spontane Gespräch.

Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir nicht vergessen, wie es uns in diesem Jahr ergangen ist und dass wir - wenn wir wieder die Kraft dazu haben - Strukturen aufbauen und verstärken werden, die uns Halt geben.

Ihr/Euer Jan Fischbach

P. S.: Und nun Musik von Calexico und Deine Freunde (gefunden mit Hilfe der Berliner Zeitung).

 

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