Donnerstag, 10. September 2020

Zukunftsbilder in 2 Tagen - ein Praxisbeispiel

Szenarien sind Lernwerkzeuge. Sie eignen sich nicht nur für die strategische Planung in Unternehmen. Der Leipziger Verein Konzeptwerk Neue Ökonomie hat diese Technik benutzt, um Zukunftsbilder für seine Arbeit zu entwickeln.
In der Vorbereitung auf einen Kundenworkshop haben wir nach Beispielen für aktuelle Szenarien gesucht, damit sich unsere Kund*innen besser vorstellen können, wie Szenarien konkret aussehen. Dabei sind wir auf das Blog vom Konzeptwerk Neue Ökonomie gestoßen. Das Konzeptwerk setzt sich für eine sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft ein. Eine gute Wirtschaftsweise ist dafür da, allen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Wie leben wir im Jahr 2048?

Wir haben in den Blogbeiträgen sehr schöne Szenarien gefunden. Diese beschreiben nicht nur konkrete Zukunftsbilder, sondern auch den Weg (und die Widerstände) dorthin. Hier sind zwei Beispiele:
Ich (Jan) habe kurz mit Kai Kuhnhenn (Teamseite) vom Konzeptwerk über die Hintergründe gesprochen.

Im August 2020 fand der Kongress "Zukunft für Alle" statt. Im Vorfeld hat das Konzeptwerk in 12 Zukunftswerkstätten mit ca. 200 Vordenker*innen veranstaltet. Die Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Praktiker*innen haben sich mit Zukunftsfragen aus den Gesellschaftsbereichen Energie & Klima, Landwirtschaft, Bildung, Wohnen, Care, Digitalisierung, Migration, Mobilität, Finanzsystem, Unternehmen & Produktion, Handel sowie Soziale Garantien beschäftigt. Dabei ging es um die Fragen:
  • Wie wollen wir im Jahr 2048 leben?
  • Wie kommen wir dahin?
Auf die Frage, wozu der Verein Szenarien erstelle, sagte mir Kai: "Wir benutzen Szenarien, damit sich Menschen eine andere Zukunft - abseits eines wachstumgetriebenen Kapitalismus - vorstellen können. Dahinter steckt der Glaube, dass die Menschen dadurch motiviert werden, sich für einen entsprechenden Wandel einzusetzen."

Wie liefen die Zukunftswerkstätten ab?

Die Zukunftswerkstätten fanden jeweils an einem Wochenende statt. In den Blogbeiträgen ist notiert, welche Institutionen teilgenommen haben. Um interessante Gesprächsteilnehmer zu finden, hat sich der Verein in seinem Partnernetzwerk umgehört.

Einige Teilnehmer*innen kannten das Format schon aus den 1980er Jahren. Für die meisten war das Format neu. Es gab überwiegend positive Stimmen. Ein paar wenige hatten kritische Anmerkungen.

Das Projekt ist mittlerweile abgeschlossen. Die Protokolle und die Blogbeiträge haben das Material für das Buch "Zukunft für Alle - Eine Vision für 2048" geliefert.

Aus planerischer Sicht vermisse ich natürlich ein zweites oder drittes Szenario. Aber das Konzeptwerk hatte ein anderes Ziel. Das zweite Szenario ist hier immer die Fortschreibung des Status Quo.

Auf jeden Fall geben mir diese Szenarien viele Denkanstöße. Vielen Dank an das Konzeptwerk, das diese Beiträge kostenlos zur Verfügung stellt. (Wer die Arbeit des Vereins unterstützen will, kann einmalig oder regelmäßig spenden.)

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