Freitag, 14. August 2020

Relatives Schätzen (z.B. in Story Points)





Kennst du das auch: Dein Team soll relativ schätzen, rechnet aber alles in Stunden oder Tage um? Oder es kommt sowieso immer das Ergebnis heraus, das der Experte vorschlägt? Dann liegt möglicherweise noch ein Verständnisproblem zum relativen Schätzen vor.


Zunächst solltet ihr für euch klären, wozu ihr überhaupt schätzt. Geht es euch darum, Zahlen abzuliefern, oder wollt ihr die Anforderungen besser verstehen? Wollt ihr dies, oder will jemand weiter oben in der Hierarchie das? Wenn ihr eure Antworten habt, könnt ihr Rückschlüsse auf die für euch sinnvollen Schätzverfahren ziehen. Scrum macht euch keine Vorgaben, ihr seid da also an keine Rahmenbedingungen gebunden.

Ist die Entscheidung für relative Schätzverfahren gefallen, dürft ihr die Schätzeinheit festlegen. Ihr müsst also entscheiden, ob ihr "Story Points", "T-Shirt-Sizes" oder doch eher Smarties (kein Witz!) oder Zootiere nutzen wollt. Danach müsst ihr definieren, was die Schätzwerte denn bedeuten. Schätzt ihr "Komplexität" oder doch eher Aufwand? Mein Tipp: Schätzt in "Größe", denn Größe ist neutral, nicht direkt mit dem Aufwand verknüpft und mit Komplexität lose gekoppelt. Ihr spart euch so lange Diskussionen zur Frage, was genau Komplexität eigentlich ist.

Bevor ihr endlich loslegen könnt, müsst ihr jetzt noch die Zahlenfolge definieren. Viele Teams nutzen die Fibonacci-Folge (1-1-2-3-5-8-13-21-34-55-89 etc.) oder eine Abwandlung davon (z.B. 1-2-3-5-8-13-21-40-100). Ihr könnt aber auch andere Schrittlängen nehmen. Das gilt für T-Shirt-Sizes und Tiere entsprechend (welche Größen und Tiere nutzen wir?), bei Smarties macht es mehr Spaß, ist schmackhafter und es geht nur um die Reihenfolge der Farben.

Schon kann es losgehen, viel Spaß!

Wenn dich dieses Thema tiefer interessiert und du zusätzlich zu den oben genannten Themen auch lernen möchtest, wie genau relatives Schätzen funktioniert, ist dieser Artikel genau das Richtige für dich.



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