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Respekt: 2 unterschiedliche Vorstellungen

Wir alle wünschen uns ein respektvolles Arbeitsumfeld. Respekt ist der am häufigsten genannte Wert, von neuen Scrum-Teams, die ich begleite. Aber was ist Respekt eigentlich genau? Kann man Respekt messen? Jim Womack meint ja.



In der letzten Woche fand unser erster virtueller Scrum Day in Zoomland statt.Wir hatten unsere Keynote-Speaker gebeten, etwas zum Thema Respekt vorzubereiten. Jessica Larsen und Jeff Sutherland von der Scrum Inc. haben in ihrer Keynote auf einen älteren Beitrag von Jim Womack hingewiesen.

Was verstehen Sie unter Respekt?

In einem elektronischen Brief von 2007 zählt Jim Womack auf, was Manager üblicherweise unter Respekt verstehen, z. B.
  • fairer Umgang mit Mitarbeitern,
  • klare Ziele vorgeben oder
  • Mitarbeitern vertrauen.
Wir haben auch die Besucher des Scrum Days gefragt, was für sie Respekt bedeutet:
  • Gegenseitiges Vertrauen
  • Leben und leben lassen
  • Ich behandle andere so, wie ich selbst behandelt werden will.
Vielleicht spiegelt sich darin unser Verständnis von Freiheit wider. Bei Toyota sieht das mit dem Respekt ganz anders aus. Und da merke ich, dass mir der Begriff Respekt gar nicht so klar ist.

Probleme lösen mit Respekt

Jim Womack berichtet, wie Manager und Mitarbeiter bei Toyota miteinander umgehen. Bei Problemen stellt der Manager dem Mitarbeiter viel mehr Fragen. Er versucht viel stärker den Grundursachen auf die Schliche zu kommen. Er fragt weiter, welche Ideen der Mitarbeiter für die Lösung habe, warum er eine Vorgehensweise den anderen vorziehe und wie man zusammen messen könnte, ob das Problem gelöst sei.

Vielleicht empfinden Sie diesen "heißen Stuhl" nicht besonders respektvoll. Bei Toyota ist es Teil der Kultur. Und er ist messbar respektvoller als unser o. g. Verständnis.

Respekt und Fluktuation

Jim Womack berichtet weiter von Besuchen in zwei Verteilzentren in der gleichen Stadt. Die Ausbildung der Mitarbeiter und die Löhne waren vergleichbar. In dem klassisch organisierten Verteilzentrum hatten die Mitarbeiter viele Freiheiten, anstehende Probleme zu lösen.

In dem nach Lean-Prinzipien organisierten anderen Verteilzentrum gab es standardisierte Arbeitsabläufe, jeder Fortschritt war für alle sichtbar. Auf den ersten Blick weniger Freiheiten. Und auch weniger Respekt? Nein.

Wer sich nicht respektiert fühlt verlässt das Unternehmen. Das erste Verteilzentrum hatte (damals) eine Fluktuation von 70%, das zweite eine Fluktuation von 1%. Anscheinend geht der Toyota-Weg respektvoller mit der Zeit, Kreativität und den Nerven der Mitarbeiter um.

Die Fluktuation könnte einen Hinweis auf den tatsächlichen Respekt geben.

Falls Sie das Thema "Respekt für die Menschen" weiter erkunden wollen, empfehle ich neben dem o. g. Beitrag von Jim Womack die Blogposts von Mark Graban und Bob Emiliani.

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