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eduScrum FAQ - Die Erste

Immer wieder erreichen uns Fragen zu unseren Erfahrungen mit eduScrum. Einige davon treten besonders häufig / ähnlich auf. Drei davon werden hier beantwortet.
 

Wie sieht in eduScrum Eure Erfahrung bezüglich sogenanntem „sozialen Faulenzen“ in eduScrum-Gruppen oder -Teams aus?


Soziales Faulenzen wird auch bei eduScrum gern versucht. Natürlich!
Es hilft aber nicht viel.
Wir wollen hier natürlich unterscheiden zwischen: 
  • jemand lässt sein Team hängen und bemüht sich nicht so sehr, ist unmotiviert
und
  • ein Team möchte mit weniger Aufwand bessere Ergebnisse erreichen
Anders als in einem Scrum-Team geht es bei eduScrum nicht nur um die einmalige Erledigung einer Aufgabe. Hier müssen alle Lerner alle Inhalte lernen. Wirklich erfolgreich oder risikolos „gefaulenzt“ werden kann also nur, wenn es darum geht, z.B. Materialien für einen Versuch oder eine Präsentation zu besorgen o. ä..

Im "Review" wird nach wie vor die Klassenarbeit / Klausur geschrieben, zusätzlich wird eine Gruppenaufgabe vorgestellt.

Trotzdem ist die Zusammenarbeit im Team hilfreich, weil Inhalte gemeinsam erarbeitet und aufbereitet werden können.

Soziales Faulenzen wird auch von den Teams (Peers!!) bestraft. Nicht sofort, aber bald. Das ist dann unangenehmer, als vom sozial weiter entfernten Lehrer. Die eigenen Kollegen sieht man schließlich auf dem Schulhof wieder. Und man möchte weiterhin vom Wissen im gesamten Team profitieren.

Außerdem wird die Zusammenarbeit im Team im Rahmen der mündlichen Note bewertet. Die Retrospektiven, die Beobachtungen des Lehrers, der Flap (das eduScrum-Board) machen Faulenzer transparent.


Wie hilfreich ist Scrum im Unterricht / „transparentes Lernen“ wirklich? Woran machst Du bei Deinen Kunden aus dem Bildungsbereich genau fest, dass die agile Methodik Scrum hier einen besseren Lernprozess mit sich bringt?


Das Lernen wird natürlich zuerst nur oberflächlich durch das Bewegen von ToDo's transparent. Transparenter als gewöhnlich ist allerdings die Vision hinter dem Stoff und der Stoffumfang an sich (eine klare Vision hilft übrigens auch ganz vorzüglich gegen soziales Faulenzen! ;) ). Schon ganz zu Anfang der Einheit bekommen die Lerner einen sehr guten Überblick über die anfallenden Aufgaben und Lernen beim Planning so schon mal quer.

Der Flap macht transparent, wo es bei einer Gruppe hakt. Der Lehrende kann hier besser unterstützen, weil die anderen Teams in der Zwischenzeit weiterarbeiten können. Die Elemente aus "Done" können auch mal hinterfragt werden (natürlich nicht ständig, Vertrauen wird aufgebaut). Mini-Reviews zeigen den Zwischenstand im Lernprozess und oft nimmt sich der Lehrer 5 Min pro Einheit '"frontal", um einen Klassenüberblick zu bekommen.
 
Die Transparenz verbirgt sich hier also in einem Mix aus Flap, Planungsübersicht, Dailys, Pitches, Bauchgefühl, gemeinsamen Momenten und Lehrkunst des Lehrenden. Wissenslücken und Schwierigkeiten werden besser entdeckt und können im Team anders aufgefangen werden als bei "Einzelkämpfern".


eduScrum soll die Lernergebnisse verbessern, habe ich gehört. Messt ihr primär qualitative Messgrößen, oder eher quantitative? Welche genau?


Beides.
Schüler sind in Umfragen im Schnitt zufriedener.
Sie sind bei durchlaufendem eduScrum bis zu 6 Wochen auf ein Schuljahr früher mit dem Stoff fertig bei ca. 10-15% besseren Noten.

Sie wollen zum Großteil gern wieder eduScrummen und zeigen - zum Beispiel in den Untersuchungen der Hochschule Mannheim - sogar in "normalen" Vorlesungen nach dem eduScrum-Semester bessere Ergebnisse als die Vergleichsgruppe. Außerdem verbessert sich die Teamarbeit und Reflexion. Die Lerner werden selbstbewusster und fühlen sich selbstwirksamer.

Wir werden wir in den kommenden Jahren an verschiedenen Stellen weiter messen und die Ergebnisse natürlich mit der Community teilen!

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