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Wie lernt man als Scrum Master dazu?

Was passiert eigentlich nach einem Scrum-Training? Den Coaches, die an einem Scrum-Training teilnehmen, fallen tausend Dinge ein, die man noch lernen sollte. Was ist ein guter Weg für Scrum Master weiter zu lernen?

Verstehen wir die Zusammenhänge?

Bei vielen, die an unseren Scrum-Workshops teilnehmen, entsteht als erstes der Eindruck, das Scrum eine andere Art eines Prozesses ist. So sehr wir das auch immer betonen: "Scrum ist keine Methode, Scrum ist ein Arbeitsrahmen." Trotzdem bleibt immer wieder hängen, dass der Scrum Master eigentlich nur der neue Scrum Manager ist.

Aber durch diese Sichtweise lösen wir keine systemischen Probleme. Soziale Einheiten wie Teams oder Firmen oder Ämter sind komplex-adaptive Systeme. Die meisten Impulse auf das System werden als kurze Störung verarbeitet, nach der das System wieder in den ursprünglichen Zustand zurückfällt.

Ein Scrum Master muss also nicht mehr managen, sondern das System besser verstehen. Wenn es keine klaren Ziele gibt, können sich die einzelnen Mitspieler im System nicht auf eine gemeinsame Sache einigen. Wenn es im Team nicht alle Fähigkeiten gibt, um etwas abzuschließen, ist man ständig auf andere Teams angewiesen. Wenn die Informations- und Geldflüsse zum Team nichts mit der eigentlichen Arbeit zu tun hat, bekommt das Team nicht das nötige Feedback, um sich selbst zu steuern. Ein guter Scrum Master achtet auf diese Feinheiten und nicht darauf, wie pünktlich alle zum Daily kommen.

Was sind die wesentlichen Begriffe?

Scrum und Agilität sind für viele Organisationen eine ganz andere Art der Zusammenarbeit. Christoph Keese hat es in seinem Buch über den Digitalisierungsrückstand ganz gut auf den Punkt gebracht /1/: viele Firmen in Deutschland funktionieren gut als vertikale Netzwerke. Ein großer Konzern gibt seinen Lieferanten vor, was sie wie genau zu liefern haben. Diese arbeiten wiederum mit ihren Lieferanten zusammen. Spezialist wird man nicht über Nacht. Es braucht Jahre, diese Expertise aufzubauen. In der digitalen Welt sind aber horizontale Netzwerke wichtig. Keese schreibt weiter, dass horizontale Netzwerke am besten so lässt, wie sie sind.

Bevor wir also irgendetwas managen, sollten wir besser verstehen, was wir tun. Dazu ist es wichtig, dass wir die wesentlichen Begriffe verstehen. Wenn wir verstehen, was Unsicherheit, Selbstorganisation oder ein Geschäftsmodell ist bzw. wenn wir den Unterschied zwischen horizontalen und vertikalen Netzwerken begreifen, können wir uns auf die wichtigen Dinge konzentrieren.

Was nützen uns viele Coaching-Konzepte, wenn wir das Ziel nicht kennen. Klarheit der Begriffe macht uns schneller. Sammeln von Tools verlangsamt, weil wir die Bedeutung und die Hintergründe für den guten Einsatz nicht verstehen.

Lernen durch Austausch

Der Austausch mit anderen Praktikern, die Diskussion verschiedener Themen bringen uns dazu nachzudenken. Ein gutes Buch gibt Denkanstöße. Aber es gibt mir kein Feedback über meine Sichtweise. Feedback bekomme ich von anderen Menschen.

Deswegen empfehlen wir auch immer, den Kontakt zu anderen Scrum Mastern im Unternehmen oder in der Region zu suchen.

Beispiele:
Der Sinn dieser Treffen ist, Dinge dazu zu lernen.

Im Herbst gibt es traditionell die AgileTour in vielen Städten in der Welt. Am 26.10.2017 findet in Stuttgart die Agile Tour statt. JJ Sutherland, einer der Söhne des Scrum Co-Erfinders Jeff Sutherland, wird über Videokonferenz einen Bericht über skaliertes Scrum vorstellen.

Wer Interesse hat, meldet sich über die Webseite http://agiletour.de/anmeldung/ an. Es gibt ein paar Vorträge, um sich inspirieren zu lassen. Aber wichtig ist der Austausch untereinader.

Anmerkungen

  • /1/ Keese, Christoph: Silicon Germany : Wie wir die digitale Transformation schaffen. München: Albrecht Knaus Verlag, 2016.

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