Direkt zum Hauptbereich

„Wutmails!“. Schon mal eine bekommen?

Es gibt nicht nur blutdrucksteigernde Mittel, es gibt auch blutdrucksteigernde E-Mails! Haben Sie auch schon welche bekommen? Jetzt mal Hand auf’s Herz. Wie reagieren Sie, wenn emotionale, zu persönlich werdende E-Mails es in Ihren Posteingang schaffen?

Das ist eine Situation, die heutzutage häufiger vorkommt, denn die „emotionale Abkühlzeit“ bzw. die Entschleunigung von früher, zuerst Briefpapier suchen, den Brief schreiben, eine Briefmarke mit der richtigen Frankierung zur Hand zu haben und den Brief von Hand in einen Briefkasten zu werfen, fehlt.
Vielleicht reagieren Sie kämpferisch: „Ich werde angegriffen, also muss ich zurückschlagen!“, oder entscheiden sich für die ignorante Version: „Ich vergesse das Ganze einfach.“ Oder Sie verhalten sich völlig anders. Sie haben die Wahl!
„Notfallmaßnahmen für Wutmails“


1. Erstmaßnahmen
In wütendem Zustand bitte nie eine E-Mail beantworten, denn die Wahrscheinlichkeit, dass diese nicht wie gewohnt sachlich und professionell ausgeführt wird, ist außerordentlich hoch. Sie können zum „Dampf ablassen“ eine zornige Antwort aufsetzen,  somit können Sie Ihren Gefühlen freien Lauf lassen und ebenso zu Selbsterkenntnissen kommen, auch wenn Sie diese verschärfte Form nie abschicken. Lassen Sie sich nicht provozieren. Lesen Sie diese „Wutmail“ nochmal in einer ruhigen, sachlichen Tonlage, mit der Sie z. B. eine Betriebsanleitung lesen würden. Das hört sich gleich viel unspektakulärer an. Entscheiden Sie sich bewusst für eine Entschleunigung. Gönnen Sie sich eine Pause.
2. Sauerstoffversorgung
Sorgen Sie für ausreichende Luftzufuhr, am besten wohltuende Frischluft! Atmen einige Male Sie tief durch und konzentrieren Sie sich bewusst auf das langsame Ausatmen. Sie können auch eine Runde spazieren gehen. Oder wählen Sie Punkt 3.
3. Stabile Lage
Bringen Sie sich in eine bequeme, stabile Lage. Lehnen Sie sich in Ihren Bürosessel zurück, Sie gewinnen somit schon ein kleines bisschen Abstand. Ihre bewusste Entscheidung zur Entschleunigung könnte auch den Absender zum Nachdenken anregen. Wenn es Ihre Zeit zulässt, schlafen Sie besser eine Nacht darüber, bevor Sie bei der Rückantwort auf „senden“ drücken. Somit können die Emotionen wieder in das Gleichgewicht gebracht werden.

4. Nothelfer, bzw. Hilfe suchen
Erzählen Sie jemand, dem Sie vertrauen die Situation. Eine Person, die Sie mag, aber von der Sie durchaus sachliche Kritik annehmen können. Das hilft häufig die Situation von anderen Seiten betrachten zu können.

5. Klarheit verschaffen
Prüfen Sie den Inhalt der E-Mail und klären z. B. folgendes:
Gab es einen bestimmten Auslöser? Fehlen dem Absender Informationen? Betrifft es Sie im firmeninternen oder externen Bereich? Sind gleich mehrere Personen betroffen? Schreibt diese Person öfter in diesem Stil? Ist sie überfordert? Braucht der Absender professionelle Hilfe?

6. Beschleunigende Maßnahmen
Erfolgreich und schnell kann ein klärendes, sachliches und dennoch persönliches Gespräch mit dem Absender sein. Gegenseitiger Respekt ist selbstverständlich.

Negative Gefühle bleiben im Businessalltag nicht aus, entscheidend ist der Umgang unserer Empfindungen. Gezeigte Gefühle im Alltag sind oft wirksam, werden diese allerdings häufig in Extremen angewandt, werden die Personen meist nicht mehr ernst genommen.
Manchmal kann eine einzige „Wutmail“ das Klima eines ganzen Teams „verseuchen“. Denn wenn Sie sich über jemanden ärgern, hat diese Person Macht über Sie und vielleicht auch über Ihr Team. Lassen Sie das bitte nicht zu. Vergessen Sie nicht, Sie haben die Wahl, wie Sie Ihre Energie und Ihr Engagement bei Ihren Entscheidungen einbringen. Vielleicht klug, menschlich und bedacht?
Beste Grüße
Elke Konday
PS. Haben Sie weitere Impulse? Lassen Sie es uns wissen.


Literaturverzeichnis
Asgodom, S. (2006, 3. Auflage). 12 Schlüssel zur Gelassenheit. So stoppen Sie den Stress. München: Kösel-Verlag.
Ruhwandl, D. (2010). Top im Job - ohne Burnout durchs Arbeitsleben. Stuttgart: Klett - Cotta.
Tepperwein, K. (1986/2011). Kraftquelle Mentaltraining. Deutschland: Ariston Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH.


 


 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Das neue Outlook - One Outlook - erster Eindruck

Microsoft hat ein Problem: Outlook ist nicht gleich Outlook. Da ist das gute alte Outlook in der Desktop-Version. Das ist das, womit fast alle von uns im Alltag arbeiten und worüber ich hier schon oft berichtet habe. Outlook auf dem MAC sieht aber anders aus. Outlook auf Mobilgeräten sowieso. Dann gibt's noch Outlook im Web. Kein Wunder, dass Microsoft das alles entwirren, verschlanken und vereinheitlichen möchte. Gelingt es? Hier die interessantesten Funktionen des neuen Outlooks . 

Kategorien in Outlook - für das Team nutzen

Kennen Sie die Kategorien in Outlook? Nutzen Sie diese? Wenn ja wofür? Wenn ich diese Fragen im Seminar stelle, sehe ich oft hochgezogene Augenbrauen. Kaum jemand weiß, was man eigentlich mit diesen Kategorien machen kann und wofür sie nützlich sind. Dieser Blogartikel stellt sie Ihnen vor.

Microsoft Teams: Die neuen Besprechungsnotizen - Loop-Komponenten

  Haben Sie in letzter Zeit in einer Teams-Besprechung die Notizen geöffnet? Dort sind inzwischen die Loop-Komponenten hinterlegt. Die sind zwar etwas nützlicher als das, was zuvor zur Verfügung stand. Trotzdem ist noch Luft nach oben. Und es gibt sogar einige ernstzunehmende Stolperfallen. Hier ein erster, kritischer Blick auf das was Sie damit tun können. Und auch darauf, was Sie besser sein lassen.

Und jetzt alle zusammen! Teams - OneNote - Aufgaben - To Do

Ein Meeting jagt das nächste. Sich da nicht zu verzetteln, wird  im Zeitalter virtueller Besprechungen  noch anspruchsvoller. Kein Wunder, dass  im Zusammenhang mit Microsoft 365  zwei Fragen besonders häufig auftauchen: Wie dokumentiert man Besprechungen gut? Was hilft, offene Aufgaben nachzuhalten? Eine gute Lösung: Das in MS Teams integrierte OneNote-Notizbuch als gemeinsame Plattform auch für den Aufgabenüberblick zu nutzen.

Outlook-Aufgabenliste: bitte nicht die Aufgaben des ganzen Teams!

Am Tag der Arbeit kommt eine Lösung, nach der ich schon so oft gefragt wurde: Wie schaffe ich es, dass meine Outlook-Aufgabenliste nur meine eigenen Aufgaben anzeigt und nicht auch die E-Mails, die meine Kollegen gekennzeichnet haben oder Aufgaben, die einfach in einem gemeinsamen Postfach stehen?

E-Mail-Vorlagen gemeinsam nutzen (Outlook)

Mittlerweile wird praktisch alle Routine-Korrespondenz in Outlook erledigt. Was liegt da näher, als ein gutes Set von Vorlagen zu erstellen und diese gemeinsam in Team zu nutzen? Leider hat Microsoft vor diesen – an sich simplen – Wunsch einige Hürden gebaut.

Das Ubongo Flow Game

Spiele bieten eine gute Gelegenheit, zeitliche Erfahrungen zu verdichten und gemeinsam zu lernen. Karl Scotland und Sallyann Freudenberg haben im Mai 2014 das Lego Flow Game veröffentlicht. Wir haben die Spielidee übernommen, aber das Spielmaterial gewechselt. Statt Legosteinen benutzen wir Material aus Grzegorz Rejchtmans Ubongo-Spiel. Hier präsentieren wir die Anleitung für das Ubongo Flow Game.

"Denn sie wissen nicht was sie tun ...! Freigeben und teilen in OneDrive und SharePoint und per E-Mail

Neuerdings können Sie bei Ihren E-Mails entscheiden, ob Sie den Anhang als Datei (Kopie) anhängen wollen oder einen Link senden. Doch was kann dieser Link? Wie sicher ist er? Wer kann was damit tun? Lesen Sie hier was sinnvoll ist und was weniger.

Nie wieder Ärger mit Besprechungsserien in Outlook

Erstellen auch Sie Besprechungsserien in Outlook? Ärgern auch Sie sich manchmal darüber, wenn Sie etwas zu ändern haben? Falls nicht, versenden Sie entweder keine wiederkehrenden Outlook-Besprechungen (Serienterminen). Oder Sie ändern nie etwas daran. Dann ist dieser Artikel nichts für Sie. Lesen Sie aber bitte weiter, falls Sie sich schon immer mal gefragt haben, ob es eine Lösung gibt? 

Projekte in eine neue Ablage umziehen

Eine gemeinsame Ablage kann viel Stress aus der täglichen Projektarbeit nehmen. Aber irgendwie ist nie Zeit zum Umziehen der Dokumente von der alten Struktur in die neue gemeinsame Ablage. Hier eine Kurzanleitung, wie es trotzdem schnell gehen kann.