Montag, 17. Juni 2013

Burnout Prävention - persönliche und gruppendynamische Optionen

Heute war es anstrengend! Ich bin richtig fertig! 

An einem arbeitsreichen Tag völlig ausgepowert nach Hause kommen, ist völlig in Ordnung. Dieser Tag erfüllt Sie vermutlich mit Stolz, und Sie sind mit sich zufrieden. Anschließend hat jede Person ihre eigene Art, um wieder zu Kräften zu kommen. Manche bevorzugen die Sauna oder Meditieren, andere treffen sich mit Freunden, treiben Sport oder schlafen etwas länger als sonst.


Jetzt stelle ich Ihnen ein paar Fragen:

  • Haben Sie immer häufiger einen Durchhänger?
  • Erleben Sie gerade Situationen in denen Sie sich sehr gestresst oder unwohl fühlen?
  • Können Sie sich an den Wochenenden erholen und im Urlaub richtig abschalten?
  • Ist es möglich, dass andere Personen Ihre Stressverursacher für Sie übernehmen?
Bei einem persönlichen Burnout stimmt die eigene Energiebilanz über längere Zeit nicht mehr, denn es ist ein Zustand von emotionaler und oft auch körperlicher Erschöpfung. Kennen Sie die Anzeichen dazu?
Abb. 1
Frau Dr. Dagmar Ruhwandl beschreibt den Burnout Zustand in drei Phasen:
  • 1. Phase - Emotionale Erschöpfung: Hierzu gehören: Gefühl des Ausgebranntseins, Frustration, Verlust der Fähigkeit zu regenerieren
  • 2. Phase - Depersonalisation: Hierzu gehören: Gereiztheit, Gleichgültigkeit, Gefühllosigkeit gegenüber Mitarbeitern und Kunden, Kontaktvermeidung
  • 3. Phase - Leistungseinschränkung: Hierzu gehören: Verlust von Selbstvertrauen, negative Selbsteinschätzung, wenig positive Erlebnisse, Verlust von Kompetenz- und Effizienzgefühl, reduzierte Produktivität, Rückzug: Arbeitsunfähigkeit, Kündigung
Anmerkung: Wenn Sie sich bereits in der 3. Phase befinden, ziehen Sie bitte sofort die Notbremse und suchen möglichst schnell professionelle Hilfe!

Mit steigendem Stress wächst die Häufigkeit des Burnout-Syndroms. Laut amerikanischen Arbeitsmedizinern gilt derzeit ein „Webjahr“ - durch die stetig ansteigende Informationsflut von dauerhaft vernetzten Berufstätigen - wie zwei bis drei Arbeitsjahre vor dem Einfluss des World-Wide-Webs. Vermutlich lesen Sie oft in irgendwelchen Zeitschriften, was gut für Sie ist oder sein könnte. Weder ich noch andere dieser Autoren kennen Ihren Körper besser als Sie selbst. Finden Sie für sich heraus, was Ihnen gut tun könnte. Um chronischem Stress entgegenzuwirken, habe ich heute folgende Impulse für Sie, auch wenn Sie vieles davon schon wissen. Fangen Sie einfach jetzt damit an. Die Wirkung zeigt sich erst im TUN!

Impulse zur Burnout Prävention während der Arbeitszeit

  • Holen Sie sich häufiger Wasser, Tee oder manchmal Kaffee! (und bringen ihn wieder weg ;-). Gewöhnen Sie sich eine Trinkroutine an und trinken Sie ausreichend alkoholfreie und ebenso koffeinfreie Getränke, das unterstützt Ihre Konzentration und Sie bewegen sich immer wieder von Ihrem Arbeitsplatz weg. Animieren Sie Ihre auch Ihre Arbeitskollegen zum Trinken, dies muss nicht erst im Biergarten geschehen.
  • Öffnen Sie wenn möglich immer wieder Ihr Fenster. Frischluft macht aktiv.
  • Bei Bildschirmtätigkeiten hat sich das Palmieren der Augen bewährt. (Hände kurz warmreiben und die Handinnenflächen sanft auf die Augenlider legen). Falls Sie fragende Blicke Ihrer Kollegen ernten, fordern Sie diese einfach zum Mitmachen auf.
  • Haben Sie eine besonders mühsame Aufgabe zu erledigen? Dann arbeiten Sie 10-15 Minuten hochkonzentriert und verknüpfen diese mit Kurzpausen, damit das Erreichen des Ziels nicht zur Qual wird. Spätestens nach 90 Minuten sollten Sie Ihre persönliche „Batterie“ wieder gezielt aufladen. Arbeiten Sie effizient; sorgen Sie heute für geregelte Pausen!
  • Beleben Sie Ihr Netzwerk und halten ein motivierendes „Schwätzchen“ mit Kollegen. Bekommen die Themen einen negativen Charakter, beenden Sie bitte freundlich das Gespräch.
  • Vielleicht wagen Sie es ja manchmal Ihre Geräte zur dauerhaften Erreichbarkeit auszuschalten. Gönnen Sie sich und auch anderen diesen Luxus.
  • Legen Sie einfach kurz Ihre Handfläche auf den Bauchnabel und atmen sanft und gleichmäßig dagegen. Auch sekundenlange Aufmerksamkeiten wirken sich schon positiv auf Ihren gesamten Organismus aus.
Werden Sie aktiv! Ihr Körper ist ein Bewegungsapparat und kein Sitzapparat. Gönnen Sie Ihrem Körper den Stressabbau auf eine sanfte Weise.


Abb. 2

Weitere aktive oder passive Tätigkeiten außerhalb der Arbeitszeit können Sie vor dem Burnout schützen:
  • Wollen Sie etwas in Ihrem Leben bewegen? – Dann bewegen Sie sich! Gönnen Sie sich heute eine gute halbe Stunde aerobe Bewegung am Stück. Das gute Gefühl bekommen Sie hinterher gratis. Eine positive Wirkung auf Ihr gesamtes System erreichen Sie schon durch 90 Minuten Bewegung pro Woche, z. B. durch lockeres Joggen, Nordic Walking, Radeln, Schwimmen oder Wandern. Falls Sie sich schlecht motivieren können, fragen Sie Menschen, die Ihnen gut tun, ob sie mitmachen wollen.
  • Genießen Sie wieder die ruhigen Momente beim Essen oder Kochen. Nehmen Sie sich heute für Ihr Essen Zeit. Heute erlauben Sie sich einfach langsam und ruhig, ohne das Checken oder schreiben von Nachrichten, lesen von Zeitschriften etc. zu essen. Jetzt sind Sie während dem Essen für Ihren Körper da. Nehmen Sie bewusst wahr was Sie zu sich nehmen.
  • Wir Menschen sind soziale Wesen. Wann treffen Sie sich mal wieder mit Freunden? Setzen Sie heute noch das Datum.
  • Notieren sie täglich Ihre Erfolge oder positive Erlebnisse. Ihnen fällt jetzt gewiss was ein und mehr als drei bekommen Sie sicherlich zusammen.
Ihre Tätigkeit ist wichtig, aber Sie sind noch viel wichtiger! Werden Sie sensibel für Ihre Kollegen. Versuchen Sie die beste Umgebung für alle zu gestalten, denn sie verbringen viel Zeit miteinander.

PS. Entdecken Sie das Gute an Ihrem Leben, denn eine Raupe wird durch Jammern nicht schneller zum Schmetterling.

Literaturverzeichnis

  • Migge, B. (2011). Handbuch Business- Coaching. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.
  • Ruhwandl, D. (2010). IV. Bin ich ausgebrannt? In D. Ruhwandl, Erfolgreich ohne auszubrennen (S. 37). Stuttgart: Klett - Cotta.
  • Schäfer, B. (2012). Die Gesetze der Gewinner. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
  • Schmitz, W. (2012). Schneller Lesen- Besser verstehen. Reinbek bei Hamburg: Rohwolt Taschenbuch Verlag.
  • Ruhwandl, D. (2010). Top im Job - ohne Burnout durchs Arbeitsleben. Stuttgart: Klett - Cotta.
  • Schaper, M. (2013). Sport und Gesundheit, Die Heilkraft der Bewegung. GEO kompakt - Die Grundlagen des Wissens, Nr. 34.
  • Burnout-Fachberatung: http://www.burnout-fachberatung.de/burnout-syndrom/burnout-praevention.htm

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