Direkt zum Hauptbereich

Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen mit Hilfe einer gemeinsamen Ablage

Jeder will neue Leute. Aber keiner hat Zeit, sich um sie zu kümmern, wenn sie da sind. Wenn die Organisation schon eine prozessorientierte Ablage hat, ist die Einarbeitung gar nicht so aufwändig.

Die Ablage bildet unsere Prozesse ab

Warum haben wir eigentlich so viele Dokumente und Nachrichten? Weil wir Aufträge ausführen, Projekte machen oder Vorgänge bearbeiten. Deswegen empfehlen wir, die Ablage genau danach zu strukturieren. Für jeden Vorgang, jeden Auftrag oder jedes Projekt gibt es einen eigenen Ordner. In diesen Ordner kommen alle Dateien; vom ersten Auslöser bis zum letzten Ergebnis. Wenn das Ergebnis da ist, schließen wir den Vorgang und schieben ihn ins Archiv.

Wenn es viele Vorgänge gibt, fassen wir ähnlich ablaufende Vorgänge zu Prozessen zusammen. Wenn es in einem Vorgang sehr viele Dokumente gibt, bilden wir Meilensteine oder offene Punkte, die eine Klammer um bestimmte Dokumente zieht. Wissensdokumente werden in gesonderten Ordnern verwaltet.

Für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen ist dieses Vorgehen sehr nützlich: Wir können mit der Ablage erklären, welche Prozesse wir haben. Und wir können am Beispiel von laufenden und abgeschlossenen Vorgängen zeigen, wie wir arbeiten. Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus. Wenn wir ständig neue Leute einarbeiten und Kollegen vertreten müssen, ist eine gemeinsame, nach Prozessen sortierte Ablage ein gutes Hilfsmittel.

Infografik (mit KI erzeugt)

Sehen wir uns das genauer an.

Starten wir mit den Kernprozessen

Was liefert das Unternehmen oder das Team? Welche Ergebnisse sind es genau? Was sind die wesentlichen Schritte oder Meilensteine von Auftrag bis Abschluss?

Ich fand das Paper "Configuring value for competitive advantage: on chains, shops, and networks" von Charles B. Stabell und Øystein D. Fjeldstad sehr nützlich. Neben der bekannten Value Chain (Fabrikmodus) gibt es noch den Value Shop (Beratungsmodus) und das Value Network (Clubmanagermodus). Je nach Wertlieferungskonfiguration des Unternehmens sind andere Abläufe kritisch.

Von den Kernprozessen gibt es oft Varianten. Die kann man sich genauer ansehen. Es ist sehr praktisch, wenn man zu den wichtigsten Vorgangstypen schon einmal Mustervorgänge anlegt, die man nur noch kopieren muss. Durch das Kopieren hat der neue Mitarbeiter schon eine Struktur, die hilft und erinnert.

Die Kernprozesse müssen funktionieren, weil die Organisation damit ihr Geld verdient oder durch sie ihr Dasein ableitet. Aber es gibt noch zwei andere Prozessgruppen: strategische und unterstützende Prozesse.

Wie arbeiten wir uns in die strategischen und unterstützenden Prozesse ein?

Die strategischen Prozesse sichern die Zukunft. Dazu gehören die Planung, Produktentwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Anhand abgeschlossener Vorgänge kann man den neuen Mitarbeiter durch die Abläufe führen. Ansonsten macht man die strategischen Prozesse zum Thema, wenn ein Vorgang ansteht.

Das gleiche Vorgehen bietet sich bei den unterstützenden Prozessen an. Diese Prozesse dienen den Kernprozessen. Beispiele sind Beschaffung oder Lohnabrechnung.

Wie detailliert gehen wir vor?

Aus dem Job Instruction Training aus dem TWI-Programm habe ich gelernt, was ein Arbeitsgang ist. Ein Arbeitsgang lässt sich in einer Sitzung erledigen. Wenn man es nicht in einer Session abschließen kann, sind es mehrere Arbeitsgänge.

Das erleichtert die Strukturierung des Einarbeitens. Wenn ein Vorgang sich nicht in einer Sitzung abschließen lässt, suchen wir nach sinnvollen Meilensteinen. So lässt sich ein Trainingsvorgang in mehrere Meilensteine unterteilen: Termin vereinbaren, Reise buchen, Unterlagen zusammenstellen, Training abhalten, Trainingsnotizen verschicken, Vorgang abrechnen.

An diesen Meilensteinen können wir auch gut erklären, welche Werkzeuge wir benutzen.

Wenn es noch keine Musterordner oder Wissensdokumente gibt, können diese im Rahmen der Einarbeitung direkt erstellt werden. Dann hat das ganze Team Vorteile davon.

Also: die prozessorientierte Ablage ist ein Abbild unserer Arbeit. Das können wir nutzen, um neue Mitarbeiter in ihre Aufgaben einzuarbeiten. 

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Profi-Tools im Windows-Explorer

Haben Sie bei der Urlaubsvertretung sich manches Mal geärgert, wenn Sie Dateien gesucht haben, die ein Teammitglied abgelegt hat? Die Suche im Explorer funktioniert tadellos, aber manchmal sollte man den Suchbegriff noch ein bisschen genauer fassen können. Z.B. mit UND oder ODER oder NICHT... Das geht so einfach, dann man von alleine kaum drauf kommt:

Die besten Bücher zum Thema Teamleistung

Es gibt viele Bücher, die sich mit Teams beschäftigen. Doch wo sollen wir anfangen? In diesem Artikel stelle ich die wichtigsten Quellen vor.

Microsoft Teams: Die neuen Besprechungsnotizen - Loop-Komponenten

  Haben Sie in letzter Zeit in einer Teams-Besprechung die Notizen geöffnet? Dort sind inzwischen die Loop-Komponenten hinterlegt. Die sind zwar etwas nützlicher als das, was zuvor zur Verfügung stand. Trotzdem ist noch Luft nach oben. Und es gibt sogar einige ernstzunehmende Stolperfallen. Hier ein erster, kritischer Blick auf das was Sie damit tun können. Und auch darauf, was Sie besser sein lassen.

Das Ubongo Flow Game

Spiele bieten eine gute Gelegenheit, zeitliche Erfahrungen zu verdichten und gemeinsam zu lernen. Karl Scotland und Sallyann Freudenberg haben im Mai 2014 das Lego Flow Game veröffentlicht. Wir haben die Spielidee übernommen, aber das Spielmaterial gewechselt. Statt Legosteinen benutzen wir Material aus Grzegorz Rejchtmans Ubongo-Spiel. Hier präsentieren wir die Anleitung für das Ubongo Flow Game.

Gute Teamleitung ist eine Frage der Struktur, nicht der Psychologie

Es scheint vielen ein Rätsel zu sein, wie man Teams gut führt. Viele Ausbildungen und Bücher kümmern sich vor allem um die Psychologie und Eigenschaften der Leitungspersonen oder der Teammitglieder. Wir sehen das anders.

Teamleitung konkret von Jan Fischbach und Alisa Stolze

Manchmal habe ich das Gefühl, dass alle gute Ideen für Organisationsentwicklung schon längst existieren. Das stetige Karussell von neuen Methoden und Büchern bringen uns neue Buzzwords bei. Wir lernen sie brav, um relevant zu bleiben. Die Herausforderungen für Organisationen und ihre Mitglieder bleiben jedoch gleich und auch häufig gleich ungelöst. Mit Teamleitung konkret: 20 einfache Gewohnheiten und Praktiken für den Teamerfolg haben Jan Fischbach und Alisa Stolze doch einen genialer Ansatz gefunden, effektiv an den Kern der von Teams begegneten Probleme zu arbeiten, jedoch ohne neue Methode und ganz ohne Buzzwords./1/

Kategorien in Outlook - für das Team nutzen

Kennen Sie die Kategorien in Outlook? Nutzen Sie diese? Wenn ja wofür? Wenn ich diese Fragen im Seminar stelle, sehe ich oft hochgezogene Augenbrauen. Kaum jemand weiß, was man eigentlich mit diesen Kategorien machen kann und wofür sie nützlich sind. Dieser Blogartikel stellt sie Ihnen vor.

Die unsichtbaren Warteschlangen

Wie können Teamleiter oder Managerinnen die Produktivität ihrer Teams verbessern? Wenn zu wenig fertig wird, liegt es selten an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Arbeit ist oft schlecht organisiert. Es werden zu viele Dinge gleichzeitig erwartet, gerade im Bereich der Dienstleistungen und Wissenarbeit. In diesem Artikel gehe ich den Hintergründen nach, erkläre die wichtigen Konzepte und dann schauen wir auf Lösungen.

Pragmatisch oder nur “Quick and Dirty”?

“Wir müssen aber pragmatisch vorgehen”, drängt der Kollege. Hm… Im Wörterbuch finde ich für “pragmatisch” in etwa: sachbezogenes, praktisches Handeln. Klingt gut. Leider zeigt sich in meinen Erfahrungen, dass pragmatisch für viele doch eher “quick and dirty” bedeutet. Es soll schnell fertig werden. Aber auf welche oder wessen Kosten? Wo ist die Grenze? Warum steht “praktisch” im Konflikt mit einem langfristigen “Nützlich”? Muss das sein?

Rebellieren für den Wandel: die 8 Regeln des totalen Stillstandes von Prof. Dr. Peter Kruse

In einem legendärem Vortrag skizzierte Peter Kruse 8 Regeln des totalen Stillstands. Ihm zufolge wurden die Regeln entwickelt, um Managern und Führungskräften dabei zu helfen, Bereiche mit potenziellem Widerstand gegen Veränderungen zu erkennen und Menschen auf strukturierte Weise durch den Veränderungsprozess zu führen.