Donnerstag, 19. Januar 2017

Die neue Wohnung oder ob Veränderungen immer mit Konflikten verbunden sind

Viele Coaches weisen darauf hin, dass man die Konflikte, die mit Änderungen einher gehen, nicht ignorieren sollte. Zu leicht gehen wir Konflikten aus dem Weg, statt sie als Chance für Veränderungen zu nutzen. Aber braucht es wirklich immer eine Krise, um etwas zu verändern?

Die neue Wohnung

Auftragsklärung


Herr K. betritt das Büro des Immobilienmaklers K. O. Autsch.
  • K: Guten Tag. Können Sie mich bei der Suche nach einer neuen Wohnung unterstützen.
  • A: Aber natürlich. Mein Büro hat schon vielen Kunden bei der Wohnungssuche geholfen. Wir sind sehr erfahren und bieten eine ganzheitliche Beratung an. Warum suchen Sie denn eine neue Wohnung?
  • K: Ach wissen Sie, meine alte Wohnung passt nicht mehr so richtig. Ich suche etwas mehr im Stadtzentrum. Dann bin ich beweglicher. In den letzten Jahren ist mein Gehalt gestiegen und nun kann ich mir eine größere Wohnung leisten.

Anregungen

  • A: Ja, des verstehe ich sehr gut. Aber sind Sie sicher, dass Sie sich das wirklich antun wollen?
  • K: Ja, natürlich. Wieso fragen Sie?
  • A: Ein Wohnungswechsel ist keine einfache Sache. Er ist mit vielen Veränderungen verbunden. Stellen Sie sich vor, alle Ihre gewohnten Wege ändern sich. Ihr Weg zur Arbeit, der Weg zum Einkaufen, zu Ärzten. Und das nicht nur für Sie, sondern auch für Ihre Frau und all Ihre Familienmitglieder, die bei Ihnen wohnen. Haben Sie daran schon gedacht?
  • K: Tja, jetzt, wo sie es sagen, fällt mir das auch auf. Dauert so etwas denn lange? Sie haben da mehr Erfahrung als ich.
  • A: Wochen, einige brauchen sogar Monate. 
  • K: Wie läuft denn so ein Wohnungswechsel konkret ab?
  • A: Wir hätten da ein paar schöne Objekte in der Innenstadt. Da ist sicher das passende für Sie dabei. Es gibt einfach geschnittene Wohnungen. Wir haben auch sehr ausgefeilte Apartments. Das hängt davon ab, was sie wollen.
  • K: Hm, also mir ist wichtig, dass hinterher alles so ist wie vorher, nur etwas schöner und größer. Wir sind 2 Erwachsene, 2 Teenager. Da wäre z. B. ein eigenes Bad für die Kinder sehr praktisch. Das wäre mir wichtig.
  • A: Ja, sicher. Das verstehe ich. Das sind ja auch immer Kämpfe am Morgen. Unsere Kinder sind schon aus dem Haus. Aber ich kann mich noch gut an den Ärger erinnern. Was das immer für Konflikte waren.

Projektplanung

  • A: Also weiter. Nachdem wir das richtige Objekt für Sie gefunden haben, beginnen die Formalitäten. Da gibt es einige Papiere auszufüllen. Ganz wichtig ist der Kaufvertrag oder der Mietvertrag. Da darf man keine Fehler machen. Was wäre Ihnen denn lieber: kaufen oder mieten?
  • K: Ja, das weiß ich jetzt auch nicht so genau. Wenn es im finanziellen Rahmen bleibt, könnte ich mir auch einen Kauf vorstellen. Ich würde das von der Wohnung abhängig machen.
  • A: Mieten oder Kaufen. Da sollten Sie sich schon eine fundierte Meinung bilden. Wir bieten spezielle Seminare zur Finanzierung an. Je nach Wahl ist das Angebot natürlich eingeschränkter. Aber wir können das ja später noch einmal ansprechen. Wenn Sie sich dann für eine neue Wohnung entschieden haben - und ich sage Wenn: wir wissen aus Erfahrung, dass diese Phase durchaus dauern kann. Häufig streiten sich Ehepaare über die richtige Wohnung. Es gibt ja nicht DIE richtige Wohnung. Alle Objekte haben ihre Vor- und Nachteile. Sollten Sie also endlich die richtige Wohnung haben, geht es weiter mit dem Papierkram. Sie müssten z. B. einige Dinge an- und ummelden. Da wären z. B. Strom- und Gasanbieter, Banken, Telefon und Internet, Rundfunkbeitrag. Falls Sie Zeitungen abonnieren, müssen Sie Verlage auch informieren. Sonst bekommen Sie womöglich mehrere Tage keine Zeitung.
  • K: Ach Herrje, das hört sich aber wirklich nach viel Arbeit an. 
  • A: Ja, und dann dürfen Sie den Umzug nicht vergessen. Da kommt einiges auf Sie zu.  Da geht es ans Eingemachte.
  • K: Umzug? Was meinen Sie mit Umzug genau?
  • A: Naja, Sie müssten Ihren ganzen Besitz in der alten Wohnung serialisieren, paketieren und verschicken. Am neuen Standort geht es dann rückwärts: auspacken und an die richtige Stelle räumen. Mit guter Vorbereitung schaffen die meisten das an einem Wochenende.
  • K: Nun gut, ein Wochenende. Das hört sich machbar an.
  • A: Ja, das ist es. Aber denken Sie an die Wochen Vorbereitung. Sie werden vorher jeden Abend Kisten packen. Es ist auch gut, vorher einiges zu entsorgen, damit es gar nicht erst in die neue Wohnung mitnehmen. Vielleicht wollen Sie vorher in der neuen Wohnung etwas renovieren. Erfahrungsgemäß streichen die Leute Wände neu und wollen einen neuen Fussboden. Gegebenenfalls wollen Sie auch das eine oder andere Möbelstück oder neue Lampen kaufen.
  • K: Das sind wirklich wertvolle Tipps. Das hatte ich alles noch gar nicht bedacht.
  • A: Dafür sind wir doch da. Sollen wir uns jetzt vielleicht ein paar neue Wohnungen ansehen. Ich hätte da ein paar schöne Objekte.

Abschluss

  • K: Hm, also es ist schon später geworden, als ich gedacht hätte. Ich würde gern mit meiner Frau über die neuen Erkenntnisse reden. Ich komme dann wieder.
  • A: Ja, lassen Sie sich ruhig Zeit. Ich gebe Ihnen noch meine Karte mit.
  • K: Vielen Dank und auf Wiedersehen.
  • A: Gern. Ihnen noch einen schönen Tag.
 Herr K. telefoniert mit seiner Frau.
  • Herr K.: Hallo Schatz, der Termin beim Makler war sehr gut. Ein erfahrener Mann. Was der alles weiß.
  • Frau K.: Und? Hat er Dir ein paar Wohnungen vorgeschlagen?
  • Herr K.: Noch nicht. Wir haben zunächst den Rahmen geklärt. Wir sollten uns das nochmal gut überlegen mit der neuen Wohnung. Das sind ja so viele Veränderungen.
  • Frau K.: Oh, da bin ich gespannt. Das musst Du mir heute abend ausführlich erzählen.
  • Herr K.: Ja, dann bis heute abend.
  • Frau K.: Ciao, bis heute abend.
Herr K. O. Autsch spricht mit seiner Kollegin Frau M.
  • A: Das war wirklich ein sehr netter Mann. Aber manche Leute unterschätzen den Aufwand und das Konfliktpotenzial.
  • M: Ja, das finde ich auch. Gut, dass wir hier ganzheitliche Beratung anbieten. Ich verstehe allerdings nicht, warum wir in letzter Zeit so wenig Wohnungen vermitteln.
  • A: Das ist mir auch schon aufgefallen. Aber das war uns ja klar: viele tun sich mit Veränderungen einfach schwer. 
  • M: Da sagst Du etwas. Übrigens kommt gleich ein Freund, der dringend ausziehen muss. Er hat sich von seiner Partnerin getrennt. Dass man immer erst eine Krise braucht, um Dinge schneller zu erledigen. Ich verstehe das nicht ...


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