Montag, 30. November 2015

Ihr Körper braucht viel Luft.

Ich beobachte jede Woche, wie sich Kollegen, die Meetings oder Trainings moderieren oder Gespräche mit Kunden führen, selbst in Stresssituationen bringen, weil es Ihnen schwer fällt, einen klaren Eindruck zu vermitteln. Sie sind unsicher. Ihr Hals verspannt sich. Ihr Kehlkopf strengt sich an. Die Zuhörer, deren Kehlköpfe die Bewegungen des Sprechers mitmachen, sind dann auch angestrengt. Obwohl die Ideen der Kollegen an sich überzeugend sind, vermittelt sich bei ihren Zuhörern hauptsächlich eins: Stress.

Diese Übung ist für Euch, meine lieben Kollegen (/1/). Wenn Sie mitmachen und Ihren Stress reduzieren möchten, sich fokussieren oder Souveränität ausstrahlen möchten, machen Sie mit.

Atmen Sie bei den folgenden 18 Schritten so kräftig wie möglich durch den Mund aus. Wenn Sie nicht allein sind und die Übung unbemerkt machen möchten, können Sie die Luft auch leise durch die Nase ausatmen. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie Ihre Lunge vollständig leeren.
Unmittelbar nachdem Sie ausgeatmet haben, entspannen Sie Ihre Zunge, Stirn, Ihren Kiefer, unteren Bauch und Ihren Beckenboden. Beobachten Sie, wie sich die Luft ihren Weg durch Ihren Oberkörper bahnt. Lassen Sie zu, wie sich Ihr Oberkörper bewegen darf und genießen Sie die kleine Massage. Vermeiden Sie es unbedingt, die Luft aktiv einzuholen. Vertrauen Sie darauf, dass sich Ihr Körper, der viel Luft braucht, sie sich selbst holt.

Wiederholen Sie also 18 Mal folgendes:
  1. Atem Sie vollständig aus und führen Sie nacheinander eine der die nächsten 18 Aufgaben aus.
  2. Nachdem Sie ausgeatmet haben, lösen Sie Ihren Körper (Zunge, Stirn, Kiefer, unteren Bauch, Beckenboden)
  3. Lassen Sie die Atemluft Ihren Oberkörper bewegen.
Los geht’s:
  1. Atmen Sie die überflüssige Spannung aus Ihrem Körper weg.
  2. Fragen Sie sich, wie Sie sich gerade fühlen.
  3. Wo sitzt das Gefühl in Ihrem Oberkörper?
  4. Fragen Sie sich, was Sie sich für heute wünschen?
  5. Sagen Sie sich: „Ich vertraue dem Universum!“
  6. Sagen Sie sich: „Heute passiert etwas sehr Schönes!“
  7. Alle Lasten und Probleme der Vergangenheit, blasen Sie sie von sich weg!
  8. Sagen Sie sich: Ich löse meinen Körper und Geist von der Vergangenheit!
  9. Blasen Sie alle „Was-wäre-wenns“ von sich weg!
  10. Alle Zwänge, mit denen Sie Ihre Zukunft kontrollieren wollen, blasen Sie sie weg!
  11. Sagen Sie sich: Ich löse meinen Körper und Geist von der Zukunft!
  12. Sagen Sie sich: „Ich wähle, in diesem Moment zu sein!“
  13. Sagen Sie sich: „In den nächsten Minuten gibt es nichts, worüber ich mir Sorgen machen muss.“
  14. Fragen Sie sich, was in den nächsten Minuten Ihre Aufgabe sein soll.
  15. Was haben Sie davon, wenn Sie die Aufgabe erfüllen?
  16. Was ist das Wichtigste an dieser Aufgabe?
  17. Worauf richten Sie Ihre Wahrnehmung, während Sie die Aufgabe ausführen?
  18. Sagen Sie sich: „Jetzt habe ich Lust, anzufangen!“
Lassen Sie nun Ihren Atem wieder so fließen, wie er fließen möchte.

Wie darf sich Ihr Oberkörper jetzt bewegen? Wie fühlen Sie sich jetzt?

Anmerkungen:
  • /1/ Ursprünglich habe ich die Atemübung gefunden in Fiore, Neil, Ph. D., Awaken your strongest self: break free of stress inner conflict, and self-sabotage, McGraw-Hill USA, 1. Auflage, 2007, Seite 214 ff. und verbunden mit einem Prinzip aus der Stimmbildung, das darauf abzielt, den Oberkörper durch einen inspiratorischen Zug zu entspannen. In den letzten Jahren habe ich die Sätze immer wieder verändert. Ändern Sie sie so, wie es Ihnen gerade passt.
  • /2/ Seien Sie achtsam mit sich. In einem Training musste ein Teilnehmer den Workshop verlassen. Durch die leichte Massage des Oberkörpers und durch die Entspannung spürte er die Auswirkung einer großen emotionalen Verletzung. Wenn Sie innerlich aufgewühlt sind, ruhen Sie sich aus, beobachten Sie Ihre Atembewegung und machen Sie ein anderes Mal weiter.


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