Montag, 23. Dezember 2013

Frohe Weihnachten! Am besten jeden Tag!

Liebe Leserinnen und Leser, bekanntermaßen begehen wir das Fest nur einmal im Jahr. Ich finde: Leider! Denn alle Menschen, ganz besonders jene, die in Teams arbeiten, sollten es täglich tun. Ein paar warme Gedanken aus gegebenem Anlass.

In der alljährlich wiederkehrenden Weihnachtshektik zwischen schnell noch zu erledigenden Aufgaben, Glühweinfeiern und Geschenkehetzerei geht uns regelmäßig der Blick für die Weihnachtsgeschichte verloren. Das ist schade. Denn ob wir an Weihnachten, Jesus oder gar Gott glauben oder nicht: Eine schöne Geschichte ist es allemal. Und noch dazu eine, von der wir so viel lernen können! In jener berühmten Nacht ist nämlich ein Mensch geboren, der uns zeigte, wie Zusammenleben gelingen kann.

Und wünschen wir uns das nicht alle? Vor allem dort, wo wir uns nicht aussuchen können, mit wem wir es zu tun haben: All die KundInnen, KollegInnen, Vorgesetzten, die uns unser Leben manchmal schwer machen. Wie schön wäre eine gute, reibungslose Zusammenarbeit, die – darf ich's wagen auszusprechen? – vielleicht sogar von Freundlichkeit und Vertrauen geprägt ist? Bei Streitereien, Eifersüchteleien oder Eitelkeiten, in einer Welt, in der Gewinnsucht und Ellenbogenmentalitäten scheinbar vorherrschen: Ein guter Umgang wäre hier doch wunderschön.

Wie das geht, hat uns Jesus vorgemacht. Im heutigen Business-Sprech würde man sagen, weil er ein bedingungsloser Teamplayer mit gleichzeitig großen Führungsqualitäten war. Jesus hatte das, was sich Manager heute in Trainings versuchen anzueignen: Charisma und Zeug zum so genannten Leadership. Um im "HR-Wording" zu bleiben: Durch Authentizität, einen klaren Wertekompass und gute, variantenreiche Umgangsformen. Er lebte seine Verantwortung, setzte sich für das ein, was er als richtig erkannte, stand dafür grade, nahm gleichzeitig Rücksichten und sprang auch mal über seinen eigenen Schatten. Jesus hinterfragte sich selbst und die Welt, lebte tolerant und ging auf Ausgegrenzte und Gegner offen zu, entschärfte Konflikte und integrierte so möglichst viele Menschen. Das alles selbstverständlich ohne grundsätzlich von sich und seinen Überzeugungen und seinem Glauben abzurücken.

Erstaunlich, Jesus brauchte keine Trainings. Er konnte das einfach so. Übermenschlich? Naja, immerhin war er Gottes Sohn. Gleichzeitig war er aber vor allem auch: Mensch. Einer wie du und ich! Und als solcher haderte er gelegentlich mit sich, seiner Rolle im Speziellen und der Welt im Allgemeinen. Und auch er machte Fehler. Wie du und ich eben. Dies ist einer der Gründe, weshalb wir jeden Tag Weihnachten feiern sollten. Denn so würden wir auf sehr schöne Art und Weise regelmäßig an diesen tröstlichen Teil der Weihnachtsgeschichte erinnert: Wir sind Menschen! Wir können und schaffen was! Und das, obwohl wir zweifeln und Fehler machen! Oder vielleicht gerade weil wir das tun?

Der andere Grund für unser tägliches Weihnachtsfest ist, dass wir uns oft daran erinnern sollten, was hinter all den guten Taten und Worten Jesu steckt, das Geheimrezept für sein grundsätzlich so gutes Leben: Ein unerschütterliches freundliches Menschenbild, der unverrückbare Glaube an die Gemeinschaft und - nicht zu vergessen - seine große Bereitschaft zu Verzeihen. Menschen waren für Jesus grundsätzlich gut – unabhängig von Herkunft, Stand oder ihren Taten in der Vergangenheit. Jesus war überzeugt, dass Menschen trotz ihrer zeitweisen egoistischen Anwandlungen (wir machen Fehler, s.o.) grundsätzlich und gerne für die Gemeinschaft leben und deshalb auch bereit sind, sich für gemeinsame und gemeinschaftliche Ziele zu engagieren. In diesem Sinne waren für ihn alle Menschen gleich, so behandelte er sie und so sprach er mit ihnen.

Wir können lernen, einfühlsam zu sein, wertschätzend zu kommunizieren, Feedback und Kritik positiv aufzunehmen und freundlich zu formulieren. Wir sollten das sogar tun! Allerdings sind das lediglich Techniken, die leb- und lieblos bleiben, solange wir sie nicht mit menschenfreundlicher Haltung und Zielsetzung anwenden. Das bedeutet: Anzuerkennen, dass jeder Mensch im Rahmen seiner Möglichkeiten stets bemüht ist, für sich und andere Gutes zu tun. Das bedeutet: Den Menschen zu sehen, der in und hinter Aufgaben, Rollen, Strukturen und Organisationen steckt. Das bedeutet: Sich und anderen Fehler zuzugestehen und Fehler auch zu verzeihen. Das bedeutet kurzum: Sich und anderen offen und mit freundlichem Respekt zu begegnen. Das zu tun, daran sollten wir uns so oft es geht erinnern!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, frohe und ganz und gar alltägliche Weihnachten!

Literatur & Links


/1/ Die Bibel: Altes und Neues Testament; Einheitsübersetzung. 32. Aufl.. Freiburg: 2011
/2/ Die Bibel (Online)
/3/ Wiki-Eintrag zur Weihnachtsgeschichte
/4/ Offizielle Seite des Vatikan

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