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Hard Calls – Worum es geht, warum ich das mache und ob die Welt wirklich noch einen Podcast braucht

Kurze Antwort auf die letzte Frage: Nein. Es gibt bereits tausende davon. Zu Führung, Business, Investment und auch Entrepreneurship. Viele davon gut. Manche sogar sehr gut. Und trotzdem habe ich einen gestartet.

Mein Hard Call - Meine erste Gründung

Ich hatte zwei Mitgründer. Wir hatten Pläne, Gespräche, eine gemeinsame Vision. Wir hatten ein erstes großes Projekt. Monatelang haben wir das vorbereitet. Und dann, kurz vor Beginn, starb der Auftraggeber an Corona. Und damit auch der Auftrag. Viel Geld und Herzblut – einfach weg. Meine Mitgründer wollten dann nicht mehr weitermachen und stattdessen aus der GmbH raus. Für sie einfach, da sie noch angestellt waren. Diesen "easy way out" gab es für mich nicht. Ich hatte bereits gekündigt und war voll committet. In diesem Moment hatte ich zwei Optionen. Zurück in die Anstellung. Oder allein weitermachen. Und genau das habe ich gemacht. Ich habe gedacht: „Und jetzt erst recht“. 

Ich habe in diesem Moment verstanden, was ein Hard Call wirklich ist: eine Entscheidung, die dich persönlich etwas kostet — und bei der kein Framework, kein Berater und kein Google die Antwort liefert. Du musst sie allein treffen. In Ungewissheit! Ich wusste damals nicht, ob ich Kunden und Netzwerkpartner finde, die mit mir zusammenarbeiten wollen. Ein Hard Call ist nicht nur eine Entscheidung, sondern auch die Power alles, was dann ansteht, zu verantworten und durchzuziehen. Das war meine erste Gründung. Es führte zum Erfolg. Und trotzdem habe ich immer wieder ähnliche Situationen in anderen Bereichen. 

Man wird ja nicht einfach einmal erfolgreich und bleibt es. Challenges, Neuausrichtungen und auch manchmal Enttäuschungen warten an jeder Ecke. Es ist nur die Frage, wie wir damit umgehen. Das geht nicht nur mir so, sondern ganz vielen anderen Unternehmern. Es geht nicht um die Hochglanzstory, sondern alle zyklischen Entscheidungen, die das Leben mit sich bringt. 


Das ist der Grund, warum ich diesen Podcast mache. 

Ich bin Jessica Turner, Gründerin von elevate to success. In meinem Alltag begleite ich Unternehmen durch Transformationen, wie zum Beispiel SAP S/4HANA-Einführungen. Parallel dazu investiere ich in Start-ups, die gesellschaftlichen Mehrwert stiften. Ich engagiere mich in Entwicklungsprojekten in Kenia und Nepal. Ich habe Bücher geschrieben — darunter „Metamorphose: Das Buch für deine Veränderung". Der gemeinsame Nenner aller dieser Aktivitäten ist immer derselbe: Veränderung und Weiterentwicklung. 

Was mich gestört hat 

Ich höre gerne Podcasts. Die Formate, die es gibt, erzählen meistens aus der sicheren Distanz der Retrospektive. Alles klingt glatt. Aufgeräumt. Am Ende war ohnehin alles richtig. Aber die Momente, in denen du nicht weißt, was richtig ist? In denen du schlaflosen Nächten gegenüberstehst, weil die Entscheidung dich persönlich etwas kostet? Diese Momente kommen selten vor. Und dabei sind es genau diese, die Führungskräfte und Unternehmer täglich erleben. Du trägst Verantwortung. Für Menschen. Für Budgets. Für Richtungen. Und du musst entscheiden — auch wenn du dir nicht sicher bist. Diese Momente nenne ich Hard Calls.

Was Hard Calls ist — und was nicht 

Hard Calls ist kein Motivationspodcast. Keine Erfolgsshow. Keine Bühne für Menschen, die dir erklären, wie einfach alles ist, wenn du nur das richtige Mindset hast. Hard Calls ist Real Talk. Wie führst du dich selbst und andere durch Unsicherheit? Wie übernimmst du Verantwortung, auch wenn es wehtut? Meine Gäste sind keine perfekten Erfolgsgeschichten. Es sind Menschen, die geliefert haben, wenn es schwierig wurde — und die ehrlich erzählen, was das wirklich bedeutet.

Was bisher passiert ist

Die erste Folge war für mich gleichzeitig ein Statement. Markus Hörmann war Profi-Triathlet, Top 5 der Welt, trainierte bis zu 43 Stunden pro Woche — und zerstörte dabei seinen Körper so gründlich, dass er laut ärztlicher Prognose möglicherweise nie wieder richtig würde gehen können. Geschweige denn mit seinen zukünftigen Kindern auf dem Spielplatz toben. Der Einstieg mit diesem Thema war bewusst: Mehr Arbeit führt nicht automatisch zu mehr Erfolg. Das gilt im Sport. Das gilt im Business. Und das gilt im Leben. 

Tim Stern in Folge 4 begeistert mich immer wieder. Ein 30-jähriger Schwabe beschließt, den deutschen Bürokratie-Dschungel hinter sich zu lassen und bewegt in Venezuela 1,1 Millionen Kubikmeter Erde, um eine Crypto City zu bauen. Sein Argument: Venezuela befindet sich gerade in seinem „1989er Moment" — ein Land im Aufbruch, in dem alles noch möglich ist. Einfach mal komplett anders denken und das Unmögliche möglich machen. Tim geht sehr viel Risiko ein und trotzdem setzt er mutig um. Das begeistert mich. 

Carolin Ackermann in Folge 8 hat mir einen Satz gesagt, der mich tagelang beschäftigt hat. Ihr DeepTech-Start-up Seawater Cubes — eine Idee, die Fischzucht revolutionieren sollte — ging nach acht Jahren in die Insolvenz. Als ich sie fragte, ob das die härteste Entscheidung ihres Lebens war, hat sie nicht lange gezögert: Es ist ähnlich schwierig wie eine Trennung auf der privaten Ebene. Und dann, nach einer kurzen Pause: Eigentlich ist es schlimmer. Das ist keine Geschichte, die irgendjemand freiwillig auf LinkedIn postet. Genau deshalb gehört sie in Hard Calls. 

Die anderen Folgen stehen dem in nichts nach: Gregor Gebhardt, der erklärt, warum ein veganer Kaffee 168.000 Euro gekostet hat. Maximilian Krehl über den Moment, in dem man ein „hässliches Baby" gehen lassen muss. Frank Scheelen, der seit 30 Jahren maskierte Inkompetenz in Führungsetagen entlarvt. Amr Elkhawaga über die Steuerfrei-Lüge und warum 90% der Dubai-Auswanderer irgendwann wieder bei Mama landen. Tim Juraschek, der den Glanz der Bundesliga verlassen hat und heute traumatisierte Jugendliche begleitet. Christian Vosseler, der als Nikolaus einsprang — und dabei seine Berufung fand. Und Michael Mohr über die brutale Wahrheit hinter Millionen-SAP-Projekten: Am Ende ist selten die Software das Problem. Alle Folgen findest du auf hard-calls.podigee.io. 

Warum ich das wirklich mache 

Weil ich weiß, wie sich dieser Moment anfühlt, in dem du allein vor einer Entscheidung stehst, die niemand für dich treffen kann. Und ich glaube, dass genau diese Momente — die echten, die unaufgeräumten, die teuren — es wert sind, erzählt zu werden. Hard Calls ist meine Art, diese Geschichten öffentlich zu machen. Kein Filter. Kein Hochglanz. Nur echter Austausch mit Menschen, die etwas zu sagen haben — und bereit sind, es mit anderen zu teilen.

Meine Frage an euch alle

Was sind die Hard Calls in deinem Alltag — als Führungskraft, als Unternehmer, als Mensch? Welche Entscheidungen kosten dich etwas? Ich freue mich auf deinen Kommentar oder eine Nachricht auf LinkedIn.

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