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Erfolgsgeheimnisse 3: Erfolg ist, was ICH will

Wer nach gutem „Zeit- und Selbstmanagement“ fragt, sucht Wege zum Erfolg. Hierzu gibt es ein paar Dinge zu sagen. Der dritte Teil der kleinen Serie.


Zeichnung vom Autor

Menschen sind soziale Wesen, wir suchen gerne die Nähe zu anderen. Doch tun wir dies nicht nur aus uneigennützigem Gemeinsinn. Es gibt da auch einen egoistischen Selbstzweck. Sich sozial zu verhalten, steigert unsere Lebenschancen: „Einer für alle, alle für einen!“ Lebensverlängernde Maßnahmen, das lehrt uns die Evolution, bringen große Vorteile. Deshalb tun wir auch alles, um unseren Platz in der Gruppe zu sichern, indem wir uns als verlässliches Mitglied zeigen. Reputation und Status sind nicht nur "nice to have". Sie sind überlebenswichtig.

Vermutlich werden wir deshalb mit einem ausgeklügelten System von Sensorik und Fertigkeiten auf die Welt geworfen, das uns hilft, uns Gruppen anzuschließen, uns darin zu orientieren und unseren Platz zu finden: Wir versetzen uns in andere hinein, fühlen mit, nehmen Stimmungen auf und leiten daraus ab, was im Moment angemessen ist oder auch längerfristig von uns erwartet wird. Dann passen wir unser Verhalten daran an. Wir tun das laufend und weitgehend unbewusst.



Das bedeutet auch, dass die Erfolgskriterien unseres Umfelds sofort und automatisch (!) auch für uns gelten, ob wir das wollen oder nicht. Mit sehr feinen Antennen nehmen wir auf, was gefordert ist. Dabei achten wir wenig bis gar nicht auf das, was gesagt wird. Entscheidend für uns ist, was die anderen tun: Die Kollegen geben anlässlich ihres Geburtstags einen aus? Dann werde ich wohl auch ein paar Flaschen Sekt und einen Kuchen mitbringen. In der Abteilungsküche stapelt sich das Geschirr? Dann werde ich es auch nicht so genau nehmen. Vor allem sehen wir uns an, was Führungspersonen und Meinungsführer tun: Der Chef schreibt nachts E-Mails? Dann wird das wohl auch von mir erwartet.

Durch unsere archaischen intuitiven Erfolgsmuster wissen wir: Indem wir die (überwiegend unausgesprochenen) Gruppenregeln befolgen, erhalten wir Anerkennung und Status. Beides anzustreben und so gesellschaftliche Akzeptanz zu erlangen, macht also sozio-psychologischen Sinn: Es gibt uns Sicherheit. Und Sicherheit ist DAS menschliche Grundbedürfnis schlechtin. Danach streben wir zuallererst.
"Von anderen akzeptiert zu sein stellt nicht nur ein psychisches, sondern ein biologisches Grundbedürfnis dar."
Joachim Bauer: Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren.
Trotzdem ist Sicherheit nur eines von unseren wichtigen Bedürfnissen. Mindestens ebensowichtig (und mit zunehmenden Alter immer wichtiger) ist für uns, dass wir uns selbst verwirklichen. Wir wollen unser Leben so leben, wie wir es für richtig halten. Wir wollen selbst und frei entscheiden, was wir für uns erreichen möchten, was für uns wichtig ist und wie wir das erreichen. Natürlich werden wir dabei weiterhin von Werten und Normen unserer Umwelt beeinflusst. Letztendlich und meist insgeheim lassen wir uns aber nicht hereinreden: Was für uns wichtig ist und wie wir Erfolg messen, ist und bleibt: Allein unsere Sache!

Das bietet natürlich viel Stoff für Konflikte mit sich und der Welt. Derjenige, der Normen und Wertvorstellungen der Gemeinschaft stets ignoriert und seine eigenen Vorstellungen durchsetzt oder durchzusetzen versucht, läuft Gefahr, dort dauerhaft ausgeschlossen zu werden./1/ Auf dem gegensätzlichen Holzweg ist aber auch der, der ausschließlich auf Erfüllung externer Anforderungen und soziale Anerkennung baut. Denn er verrät dauerhaft seine eigenen Ziele, Wünsche und Werte, was langfristig zum Verlust von Selbstachtung führt. Das ist deprimierend.

Persönlicher Erfolg bedeutet aber zufrieden zu sein. Deshalb ist wichtig, Ziel- und Wertekonflikte auszutragen und im eigenen Sinne zu lösen. Dadurch erst lassen sich jene Spielräume ausloten, die wir haben, um sie für das zu nutzen, was uns wichtig ist. Das selbstbestimmt und flexibel zu tun, bedeutet persönlichen Erfolg. Gelingen kann mir das nur, wenn ich ehrlich für mich beantworte, was ich unbedingt brauche, ich unbedingt will, ich unbedingt erreichen möchte. Denn beim gesellschaftlichen und beruflichen Erfolg reden viele mit. Aber am besten eben nur die Menschen, denen ich es erlaube und mit welchen ich wirklich gerne zusammen sein möchte. Und das entscheide am besten eben nur: Ich.


Anmerkungen & Links



Edgars eigener Blog: www.trellisterium.de
Edgars Podcast: trellisterium.podbean.com 

Edgar Rodehack ist Teamwork-Enthusiast mit einem Faible für agile Formen der Zusammenarbeit. Da trifft es sich natürlich gut, dass er das beruflich macht. Er ist Organisationsberater, Business und Agile Coach, Teamentwickler und Moderator. Außerdem ist er ein Mensch mit Frau und drei Kindern, der viel Spaß am Musikmachen, Schreiben und Lesen hat. Mehr über ihn: www.rodehack.de

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