Direkt zum Hauptbereich

Seminarankündigung: Strategische Planung mit Szenarien, 16.-17.01.2018 in Frankfurt

Strategische Arbeit bedeutet, sich auf die Zukunft vorzubereiten. Wir gehen oft mit einem guten Gefühl aus Strategie-Tagungen. Schnell gefolgt von Ernüchertung: Wenig von dem, was wir uns vornehmen, setzen wir auch tatsächlich um. Denn Alltag oder Unvorhergesehenes (oder beides) überrollen uns. Geht das nicht besser? Doch! Wie man das macht, ist schon seit Jahren bekannt und bestens dokumentiert.


Der weise Feldherr ist in komplexen Umfeldern nicht allwissend


In vielen Organisation gibt es nur eine (simple) Sicht auf Strategie: Ein weiser Mensch an der Spitze entscheidet über die Ausrichtung (im Überblick und im Detail), und der Rest der Organisation folgt. Unser Strategiebegriff leitet sich vom griechischen Wort für Feldherr ab.

In komplexen Umfeldern ist es aber nicht möglich alles zu überblicken. Denn in komplexen Umfeldern sind Ursache- und Wirkungszusammenhänge nicht klar oder sofort erkennbar. Es gibt Zeitverzug, Seiten- und Nebeneffekte. Das bedeutet grundsätzlich, dass Veränderungen in solchen Systemen nicht direkt oder grundsätzlich planbar sind. Schon gar nicht von einer einzigen Person oder einem einzigen Gremium. Es macht deshalb Sinn, möglichst viele Menschen zu beteiligen, um mehr wahrzunehmen und besser handeln zu können.

Wie aber können wir eine größere Gruppe in den strategischen Prozess einbinden?

1. Variante: Open Spaces

Praktiker haben gute Erfahrungen damit gemacht, strategische Fragen in eine große Gruppe zu geben, z. B. mit allen Mitarbeitern, ausgewählten Kunden und Lieferanten. Open Space Technology von Harrison Owen bietet dazu einen einfachen und praktischen Rahmen. Dort kommen so gut wie immer gute, verwertbare Ergebnisse heraus.

2. Variante: Szenarien als Lernwerkzeug

Open Spaces sorgen für direkte, relativ spontane Beteiligung vieler Menschen zu Fragen für Möglichkeiten, die die Zukunft bietet. Szenarienarbeit vertieft strukturiert das Verständnis für mögliche Ereignisse, auf die wir uns als Organisation am besten einstellen. Szenarien helfen uns, eine Art "Zukunftsgedächtnis" aufzubauen. Gemeinsam spielen wir bestimmte Möglichkeiten im Geiste durch. Sollten diese oder eine ähnliche Situation eintreten, können wir auf dieses Wissen später zurückgreifen und gut handeln.

Szenarien können wir zum Anlass nehmen, Pläne für verschiedene Eventualitäten zu entwickeln. Oder wir können bereits jetzt Vorbereitungen treffen, damit im Fall der Fälle alles bereit ist.

Wichtig ist dabei, dass Szenarien nicht zu verwechseln sind mit Prognosen. Es geht auch gar nicht in erster Linie darum, ob oder dass sie eintreffen. Vielmehr geht es darum, dass sie unter bestimmten Bedingungen eintreffen könnten. Deshalb sind Szenarien auch nicht nur Zukunftsbilder, sondern sie zeigen auch den Weg, der in eine bestimmte Zukunft führt. Und genau das ist auch der gewünschte Effekt: Mit den Arbeiten an den Szenarien lernt die Organisation möglichst vielen verschieden Stellen frühzeitig zu erkennen, ob etwas passiert, auf das es zu re-agieren gilt.

Als Geschichten von bestimmten ZukunftSzenarien sind sie also Lernwerkzeuge für eine größere Gruppe. Im Idealfall hat jede an der Szenarienarbeit direkt oder indirekt beteiligte Person so ihre Wahrnehmung geschärft. Was sich im Alltag in schnelleren und besseren Entscheidungen bemerkbar macht.

Lassen Sie uns Szenarien entwickeln!


In unserem Seminar zur Szenariotechnik erhalten Sie die Grundlagen der Szenarioarbeit und zeigen, wo sie bereits seit langem sehr erfolgreich eingesetzt wird. Dann werden wir in der Gruppe den Prozess einüben, indem wir exemplarisch mehrere Szenarien entwickeln, um daraus Handlungsoptionen abzuleiten. So erhalten Sie das Wissen und das Rüstzeug, um in Ihrer Organisation mit aktiver Strategiearbeit zu beginnen und flexibler und sicherer agieren zu können.

Wer Interesse hat, findet mehr Informationen und die Anmeldung in unserem Flyer: http://www.commonsenseteam.de/wp-content/uploads/2017/12/SBP_Flyer+Anmeldung.pdf

Achtung! Wenn Sie sich bis zum 29.12.2017 anmelden, erhalten Sie 50% Rabatt auf den regulären Seminarpreis.

Literatur

  • /1/ Schwartz, Peter: The Art of the Long View. Planning for the Future in an Uncertain World. New York, 2012.
  • /2/ Geus, Arie: The Living Company. Growth, Learning and Longevity in Business. London, 2011.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wie lassen sich Ergebnisse definieren? - Drei Beispiele (WBS, CBP und BDN)

Ich habe schon darüber geschrieben, warum das Definieren von Ergebnissen so wichtig ist. Es lenkt die Aufmerksamkeit des Projektteams auf die eigentlichen Ziele. Aber was sind eigentlich Projektergebnisse? In diesem Beitrag stelle ich drei Methoden vor, um leichter an Ergebnisse zu kommen.

Microsoft Teams: Die neuen Besprechungsnotizen - Loop-Komponenten

  Haben Sie in letzter Zeit in einer Teams-Besprechung die Notizen geöffnet? Dort sind inzwischen die Loop-Komponenten hinterlegt. Die sind zwar etwas nützlicher als das, was zuvor zur Verfügung stand. Trotzdem ist noch Luft nach oben. Und es gibt sogar einige ernstzunehmende Stolperfallen. Hier ein erster, kritischer Blick auf das was Sie damit tun können. Und auch darauf, was Sie besser sein lassen.

Microsoft Copilot - Notebook, Pages, Agents und mehr

Es tut sich sehr viel an der Copilot Front. Gefühlt entwickelt Microsoft mit aller Kraft die KI-Anwendung weiter. Mit dem letzten Update hat sich die Microsoft-Startseite stark verändert. Hier zeige ich, was sich hinter all den Begrifflichkeiten verbirgt und was davon alltagstauglich ist.

Schätzungen sind schätzungsweise überschätzte Schätze

"Wer viel misst, misst viel Mist." Zumindest ist diese Gefahr gegeben. Entweder misst man z. B. Mist, weil man zu früh zu KPIs zur Messung von Ergebnissen greift, oder aber man greift zu den falschen KPIs, die gar nicht das messen, was man wissen möchte. Einst war agiles Arbeiten der alternative Ansatz, aber inzwischen gibt es auch für einige Details dessen, was in Konzernen als "agil" praktiziert wird, einleuchtende alternative Ideen, die bis heute noch nicht so richtig auf die große Bühne vorgedrungen zu sein scheinen. 

Wenn es mal gerade etwas schwierig bei Kund:innen wird… Zwei Fragen, die uns helfen, unsere Strategie mit unseren Kund:innen abzusprechen.

Seit 2024 organisieren Bob Galen und ich eine Masterclass für agile Coaches. Wir möchten die Ausbildung von agilen Coaches verbessern und ihnen Techniken mitgeben, mit denen sie bei ihren Kund:innen etwas einfacher haben. Bisher haben wir in vier Durchgängen mit jeweils 14 Modulen ungefähr 70 Extraordinarily Badass Agile Coaches ausgebildet (/1/). In diesem Blogpost möchte ich ein paar Erfahrungen und simple Techniken aus der Masterclass teilen, wie wir unsere Strategie besser abstimmen können. Sie beschränken sich nicht auf agiles Coaching – das ist nur das Setting.

Teamleitungen gesucht

Was macht Teams erfolgreich? Kann man das lernen? Ab Herbst starten unsere Kurse für aktuelle und künftige Teamleitungen. Jetzt gibt es die Gelegenheit, den Kurs zu testen.

Wie überprüft man den aktuellen Stand einer neuen gemeinsamen Ablage?

Ihr habt in eurem Team die individuellen, unordentlichen Ablagen auf eine gemeinsame Ablage, die nach Vorgängen und Prozessen geordnet ist, umgestellt. Woher wisst ihr, ob das wirklich funktioniert? In diesem Beitrag gibt es 10 Auditfragen.

Nachschau zum Lean Coffee-Spezial "Agil einfach machen" (Interaktive Buchvorstellung)

Bei unserem Lean Coffee-Spezial Ende Mai waren wir von Lean Coffee Karlsruhe/Frankfurt Zeugen einer Buchvorstellung, doch nicht nur das – natürlich gab es auch einen nicht unbeträchtlichen Anteil an eigener Aktion, denn bei unseren Spezialterminen ist traditionell „Teilgabe“ angesagt. Das Autorenduo Christian Baron und Janick Oswald zeigte uns, was es mit „Agil einfach machen“ auf sich hat.  

Wie läuft ein Projekt zum Entwickeln von Szenarien ab?

Seit 2016 beschäftigen Edgar und ich uns intensiv mit der Szenariotechnik. Szenarien sind ein wirkungsvolles Werkzeug, um Projekte oder ganze Geschäftsmodelle auf ihre Zukunftstauglichkeit zu testen.

A simple project filing structure

Are there too many documents? But which ones are important? Project teams are drowning in information. There's no shortage of tools: emails, Slack channels, JIRA, Microsoft Teams, and Trello boards. But who can keep track of them all? A few simple rules can get a project team on track. I'll present the simplest project filing system here.