Direkt zum Hauptbereich

Mit einer Ideenliste Arbeits- und Schreibblockaden überwinden

Es gibt Probleme, die nur komische Leute wie Blogger oder Autoren haben. Es geht darum, dass man zu einer bestimmten Zeit einen Text fertig haben will und es fällt einem nichts ein. Entweder hat man keine richtige Idee oder man landet in Trivialitäten, die völlig uninteressant sind. Übertragen gilt das auch für andere Bereiche. Man will an etwas arbeiten und macht nur wenig Fortschritte. Nach einer Experimentierphase haben wir eine Lösung für uns gefunden.

Auch wenn Sie (noch) kein Blogger oder Autorin sind, haben Sie vielleicht schon mal die Erfahrung gemacht, dass Sie einen wichtigen Text abgeben wollen. Aber irgendwie haben sie keine Energie, den Marketingbericht oder den Vertrag fertig zu stellen. Bei Leuten, die Texte schreiben, nennt man es Schreibblockade (engl. writer's block). In anderen Bereichen nenne ich es mal gedankliche Arbeitsblockade.

Eine gute Antwort auf Schreibblockaden hat aus meiner Sicht Jerry Weinberg parat (/1/). Er wollte für seinen Garten eine schöne Natursteinmauer haben. Dazu hat er sich von verschiedenen Orten Feldsteine mitgenommen. Immer wenn er einen schönen Stein sah, hat er ihn mitgenommen. Deswegen nennt er seine Methode auch Feldsteinmethode.

Die ist ganz einfach: Immer wenn er eine Idee für einen Text hat, schreibt er sie sich sofort auf (der Feldstein). Wenn er sich dann an einen Artikel oder an ein Buch setzt, nimmt er sich die gesammelten Ideen vor und sortiert sie so lang, bis er eine gute Storyline hat. Und Weinberg hat sehr viele Bücher und Artikel geschrieben. Bei Youtube gibt es ein Video, in dem der Autor sein Vorgehen selbst erklärt. (Leider ist die Qualität des Videos nicht so gut).


So ähnlich machen wir es auch beim Teamwork-Blog. Wir haben eine Ideenliste, in die jeder schreibt. Wir werden nie alle Ideen bearbeiten können. Aber es macht Spass, sich die schönste Idee zu nehmen, wenn man etwas schreiben will. Das gibt Energie.

Ab und zu besteht die Gefahr, dass wir hochmotiviert doch nur Zeug schreiben, das langweilig ist. Bevor es zu zäh wird, ruft ein Autor den anderen an und diskutiert über seine Ideen. Mir fallen beim Reden viele neue Ideen ein oder mir fällt auf, wie unausgegoren ein Gedanke von mir war. Danach wird der Artikel verbessert oder gelöscht.

Auf diese Weise haben wir immer ein paar Artikel auf Vorrat. Im Redaktionsplan hat jeder einen Slot. Wenn es dann doch eng wird, weil das Geschäft gerade brummt, dann ziehen wir einen Artikel einfach vor. In den letzten Monaten hat es gut geklappt.

Vielleicht ist eine Ideenliste ja auch für Ihr Team hilfreich. David Allen schlägt ja auch eine "Irgendwann-Liste" vor. Der Vorteil ist, dass man nicht zu viele Arbeit in eine Idee steckt, die man im Moment nicht braucht. Wenn man dann ein Problem hat, ist man über jede Anregung froh.

Anmerkungen

Kommentare

  1. ...mein persönlicher Anti-Schreibblockaden-Tipp...

    Sämtliche Einfälle und Gedanken-Splitter landen in einem extra dafür angelegten, separaten "Personal Kaban"-Board.

    In regelmäßigen "Grooming-Session" sichte ich die Einträge, bilde aus diesen Themen-Wolken, ergänze weitere Notizen, Links, ... und "priorisiere" sie letztendlich - nach genügender Reifung und exkennbarer Story - in einer angepassten "Eisenhower-Matrix", die über die Spalten des Kanban-Boards nachgebildet sind [1].

    Von dort aus werden sie zu (Blog-) Beiträgen.

    just my 2 cents.

    CU
    Boeffi

    [1] Spalten von links nach rechts

    4. 3. 2. 1. "WIP" "Done"

    4. NICHT wichtig/NICHT dringend
    3. NICHT wichtig/DRINGEND
    2. WICHTIG/NICHT dringend
    1. WICHTIG/DRINGEND

    #scrum #agile #lean #kanban #wip #WorkInProgress

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Boeffi, Deine Ideenliste ist damit aber sehr gut sortiert :-) Danke für Deine Ergänzungen. Gerade den Grooming-Aspekt finde ich sehr wichtig. LG, Jan

      Löschen
    2. Ja, die Groomings sind wichtig. Und, wenn diese regelmäßig durchgeführt werden, dauern sie auch nur wenige Minuten.

      Dass ich Trello für meine "Personal" und "Professional" Kanban-Boards nutze, hat der geneigte Leser vermutlich aus anderen Quellen schon mitbekommen ;-)

      CU
      Boeffi

      http://trello.com/boeffi

      Löschen
  2. Hello Jan!

    I have one tactic how to write non-boring articles. Maybe it will be helpful also for you.

    When I'm searching the solution of some problem I can watch through really tonn of information. When I find the right solution sometimes I catch my own thought that "Hey..if I spent so much time to find a decision and there is any really full revealing article about this maybe I can write about this!" The key part of this is when you are searching for something I can bet that there are already or there would be people who will be searching the same material and maybe with the same motivation... =)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hello Yuri,

      that's right. Sometimes I think, that there is a need for summarizing article, that shows which articles are really important.

      Thanks for your comment.

      Jan

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Profi-Tools im Windows-Explorer

Haben Sie bei der Urlaubsvertretung sich manches Mal geärgert, wenn Sie Dateien gesucht haben, die ein Teammitglied abgelegt hat? Die Suche im Explorer funktioniert tadellos, aber manchmal sollte man den Suchbegriff noch ein bisschen genauer fassen können. Z.B. mit UND oder ODER oder NICHT... Das geht so einfach, dann man von alleine kaum drauf kommt:

Warum du als Führungskraft klügere Mitarbeiter einstellen solltest (und Mikromanagement dein größter Fehler ist)

Es ist einer der am häufigsten zitierten Führungsratschläge: Umgib dich mit Menschen, die klüger sind als du. Und einer der am seltensten wirklich befolgten. Warum? Weil er sich leichter sagt, als er sich anfühlt.

Das Ubongo Flow Game

Spiele bieten eine gute Gelegenheit, zeitliche Erfahrungen zu verdichten und gemeinsam zu lernen. Karl Scotland und Sallyann Freudenberg haben im Mai 2014 das Lego Flow Game veröffentlicht. Wir haben die Spielidee übernommen, aber das Spielmaterial gewechselt. Statt Legosteinen benutzen wir Material aus Grzegorz Rejchtmans Ubongo-Spiel. Hier präsentieren wir die Anleitung für das Ubongo Flow Game.

Unternehmenskultur frisst Agilität zum Frühstück

Zyklische Abfolgen sind an vielen Stellen im Leben beobachtbar: Wiederkehrende vier Jahreszeiten, alte Songs, die plötzlich als Cover-Versionen wieder auf den Markt kommen (Jugendliche identifizieren diese dann als "Grundform", denn sie kennen das Original nicht), erst Karottenjeans, dann wieder Hosen mit Schlag, dann wieder Karotte, in der Politik Republikaner, Demokrat, Republikaner, Demokrat..., Hardliner-Papst, Vermittler-Papst... - alles kommt in regelmäßigen Abständen wieder. So auch die Erkenntnis, was man alles tun müsste, um in Unternehmen wirklich agil arbeiten zu können. Warum aber gelingt die Installation agiler Zusammenarbeit in größeren Unternehmen bis heute so wenig zufriedenstellend? Werden dabei vielleicht Aspekte immer noch zu wenig gesehen?

Microsoft Teams: Die neuen Besprechungsnotizen - Loop-Komponenten

  Haben Sie in letzter Zeit in einer Teams-Besprechung die Notizen geöffnet? Dort sind inzwischen die Loop-Komponenten hinterlegt. Die sind zwar etwas nützlicher als das, was zuvor zur Verfügung stand. Trotzdem ist noch Luft nach oben. Und es gibt sogar einige ernstzunehmende Stolperfallen. Hier ein erster, kritischer Blick auf das was Sie damit tun können. Und auch darauf, was Sie besser sein lassen.

Coaching- und Führungsframeworks im Überblick: 21 Linsen für Teams und Organisationen

Gute Scrum Master:innen und Coaches betrachten das Geschehen durch mehr als eine Brille oder Linse. Jede Linse gibt andere Hinweise für angemessene Interventionen. Im Prinzip suchen wir immer nach der kleinsten Intervention mit der größten Wirkung. Aber welche Linsen gibt es eigenlich? In diesem längeren Beitrag stelle ich die wichtigsten 21 Konzepte von 37 Autor:innen vor, die mir bei der Recherche begegnet sind.

Kategorien in Outlook - für das Team nutzen

Kennen Sie die Kategorien in Outlook? Nutzen Sie diese? Wenn ja wofür? Wenn ich diese Fragen im Seminar stelle, sehe ich oft hochgezogene Augenbrauen. Kaum jemand weiß, was man eigentlich mit diesen Kategorien machen kann und wofür sie nützlich sind. Dieser Blogartikel stellt sie Ihnen vor.

Warum Veränderungsinitiativen scheitern - und wie Du veränderungsresistente Strukturen knackst

[TL;DR] Viele Veränderungsinitiativen stossen auf harten Widerstand - nicht weil die Idee der Veränderung oder das Zielbild schlecht ist, sondern weil Organisationen wie Tensegrity-Strukturen funktionieren: hochgradig vernetzt, unter Spannung, systemisch. Wer das versteht, geht Veränderung anders an. Hast Du schon mal von Tensegrity Strukturen gehört? Nimm Dir doch mal kurz Zeit und schau Dir das Video an. Dann hast Du's sofort im Kopf. Und wenn Du die 58 Sekunden nicht hast und lieber weiterliest: Tensegrity-Strukturen sind faszinierende Gebilde aus schwebenden Stäben und Seilen, bei denen sich kein Stab direkt berührt - und trotzdem hält das ganze Ding sehr resilient gegen Störungen zusammen. Ich bin Tensegrity-Strukturen zuerst in einem ganz anderen Zusammenhang begegnet - in der Trainingslehre. Der menschliche Körper wird nämlich von einer solchen Struktur aus Zug und Druck - Muskeln, Faszien, Sehnen - permanent im Gleichgewicht gehalten. Das Elegante daran: Stabilität entsteh...

Office-Hacks - Sammlung Teil 2: OneNote und PowerPoint

Immer wieder werde ich nach speziellen Hacks, Tipps und Tricks gefragt, die einem die Arbeit mit MS-Office-Produkten erleichtern. Also habe ich eine zeitlose Sammlung von kleinen Handgriffen zusammengestellt, die in meinen Seminaren oft für erhellende AHA-Momente sorgen. Dies ist der zweite Teil meiner kleinen Serie mit OneNote und  PowerPoint. Der erste Teil hat Outlook und Teams behandelt;  Word, und Excel werden folgen.

High Performance Teams: 10 Prinzipien, die Spitzenteams von innen heraus stark machen

Manche Teams liefern konstant Spitzenleistung, nicht weil sie aus lauter Ausnahmetalenten bestehen, sondern weil sie Prinzipien verinnerlicht haben und danach arbeiten. Sie finden schneller gemeinsame Richtung, erholen sich als Einheit von Rückschlägen und wachsen an Herausforderungen, anstatt an ihnen zu zerbrechen. Was steckt dahinter? Kein Geheimrezept, sondern eine Handvoll Prinzipien, die High Performance Teams konsequent leben: im Umgang miteinander, in der Art wie sie lernen, Entscheidungen treffen und mit Druck umgehen. Die folgenden zehn Prinzipien dienen als Orientierung für Teams, die nicht nur irgendwie gut funktionieren wollen, sondern wirklich gemeinsam stark sein wollen.