Direkt zum Hauptbereich

Zur Erinnerung: Bei Scrum geht es nicht um Projekte sondern um produktive Teams

Teams können mit Scrum ihre Projekte managen. In den meisten Fällen klappt das ganz gut. Aber im Kern geht es Scrum darum, die Produktivität von Teams zu steigern. Scrum ist also nicht nur etwas für Softwareentwickler oder auf die IT-Branche beschränkt. Alle Teams können sich von Scrum etwas abgucken, um besser zu werden. Aber warum erhöht sich die Produktivität eigentlich?

Jeff Sutherland hat in diesem Jahr die Abschlussrede auf dem Scrum-Day in Berlin gehalten. Meine Erwartung war, dass wir etwas über neue Trends erfahren. Aber die Rede war viel besser. Er hat sie mit lang bekannten Trends begonnen: Die meisten Leute sind von ihrer Arbeit frustriert.

Abschlussrede von Jeff Sutherland

Im weiteren Verlauf seiner Rede hat Jeff Sutherland dargelegt, wie Ken Schwaber und er verschiedene Ideen zum Scrum-Konzept zusammengefügt haben. (Alle Folien der Keynote gibt es bei Scrum Inc.). Diese Ideen drehen sich ganz stark um Selbstorganisation und Lernen.

Scrum motiviert, weil ein Team Zuvertrauen zur eigenen Leistung und zur eigenen Lösungskompetenz bekommt.
  • Ein Scrum-Team braucht keinen Mikromanager mehr als Chef. Es redet mit ihm (oder ihr) über geschäftliche Werte. 
  • Das Team lässt sich nicht von Beratern vorschreiben, wie es zu arbeiten hat. Es hat gelernt, dass es selbst die guten Ideen findet und in den Arbeitsalltag integriert.

Wenn wir Scrum in Teams einführen, fangen wir an, alle Listen mit möglichen Aufgaben einzusammeln. Daraus machen wir eine Liste und lassen sie von einer Person sortieren. Das gibt Überblick. Außerdem erstellen wir eine Qualitätsprüfliste, die für alle Aufgaben gilt. Die Teammitglieder haben nicht mehr das Gefühl, dass sie irgendwas vergessen haben.

Bei den einzelnen Aufgaben sprechen wir über konkrete Akzeptanzkriterien. Wir stellen die "Wann-bist-Du-zufrieden-Frage". Qualitätsmanagement beginnt mit der Formulierung der Akzeptanzkriterien. Das Team kann sicher sein, dass die Arbeit erledigt ist, wenn diese Kriterien und die der allgemeinen Qualitätsprüfliste erfüllt sind. Die Teammitglieder sind also nicht von der guten oder schlechten Laune oder der geänderten Meinung des Chefs (oder der Chefin) abhängig.

Das Team verpflichtet sich, selbst Fortschrittsdaten zu erheben. Damit weiß es, was es leisten kann. Außerdem hält es bewusst alle paar Wochen inne, um Verbesserungspunkte auszumachen.

Ein großen Voteil sehe ich auch darin, dass die ganzen Besprechungen des Teams zeitlich begrenzt sind. Wenn die Zeit um ist, wird gearbeitet. Das diszipliniert. Das funktioniert aber auch. Denn bei Scrum gehen wir davon aus, dass wir in der Diskussion nicht die perfekte Lösung finden. Wir probieren einfach den besten Weg aus, der uns im Moment einfällt und messen das Ergebnis.

Teams sind also mit Scrum produktiver:
  • Die anstehende Arbeit ist klar erkennbar.
  • Die Qualität wird vorher eindeutig geklärt.
  • Das Team organisiert sich selbst.
  • Das Team misst und verbessert selbst die eigene Leistung.

Wer mehr über Scrum lernen will, kann sich den offiziellen Scrum-Guide durchlesen oder einen Kurs bei Scrum Events buchen. 

Ihr wollt mehr über Scrum wissen? Wir haben eine Übersichtsseite zu Scrum, über die man sich in die wichtigsten Artikel in diesem Blog einlesen kann.

 

Kommentare

  1. JA!!!
    "agil" passt nicht zum Management von Projekten und Programmen sondern zum gesamten Leben von Produkten
    Mehr dazu hier:
    https://www.xing.com/net/pri610d2ex/agile-at-large/andere-diskussionen-und-fragen-zu-agile-large-761131/agil-passt-nicht-zum-management-von-projekten-und-programmen-sondern-zum-gesamten-leben-von-produkten-44263868/

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wie lassen sich Ergebnisse definieren? - Drei Beispiele (WBS, CBP und BDN)

Ich habe schon darüber geschrieben, warum das Definieren von Ergebnissen so wichtig ist. Es lenkt die Aufmerksamkeit des Projektteams auf die eigentlichen Ziele. Aber was sind eigentlich Projektergebnisse? In diesem Beitrag stelle ich drei Methoden vor, um leichter an Ergebnisse zu kommen.

Microsoft Teams: Die neuen Besprechungsnotizen - Loop-Komponenten

  Haben Sie in letzter Zeit in einer Teams-Besprechung die Notizen geöffnet? Dort sind inzwischen die Loop-Komponenten hinterlegt. Die sind zwar etwas nützlicher als das, was zuvor zur Verfügung stand. Trotzdem ist noch Luft nach oben. Und es gibt sogar einige ernstzunehmende Stolperfallen. Hier ein erster, kritischer Blick auf das was Sie damit tun können. Und auch darauf, was Sie besser sein lassen.

Microsoft Copilot - Notebook, Pages, Agents und mehr

Es tut sich sehr viel an der Copilot Front. Gefühlt entwickelt Microsoft mit aller Kraft die KI-Anwendung weiter. Mit dem letzten Update hat sich die Microsoft-Startseite stark verändert. Hier zeige ich, was sich hinter all den Begrifflichkeiten verbirgt und was davon alltagstauglich ist.

Schätzungen sind schätzungsweise überschätzte Schätze

"Wer viel misst, misst viel Mist." Zumindest ist diese Gefahr gegeben. Entweder misst man z. B. Mist, weil man zu früh zu KPIs zur Messung von Ergebnissen greift, oder aber man greift zu den falschen KPIs, die gar nicht das messen, was man wissen möchte. Einst war agiles Arbeiten der alternative Ansatz, aber inzwischen gibt es auch für einige Details dessen, was in Konzernen als "agil" praktiziert wird, einleuchtende alternative Ideen, die bis heute noch nicht so richtig auf die große Bühne vorgedrungen zu sein scheinen. 

Wenn es mal gerade etwas schwierig bei Kund:innen wird… Zwei Fragen, die uns helfen, unsere Strategie mit unseren Kund:innen abzusprechen.

Seit 2024 organisieren Bob Galen und ich eine Masterclass für agile Coaches. Wir möchten die Ausbildung von agilen Coaches verbessern und ihnen Techniken mitgeben, mit denen sie bei ihren Kund:innen etwas einfacher haben. Bisher haben wir in vier Durchgängen mit jeweils 14 Modulen ungefähr 70 Extraordinarily Badass Agile Coaches ausgebildet (/1/). In diesem Blogpost möchte ich ein paar Erfahrungen und simple Techniken aus der Masterclass teilen, wie wir unsere Strategie besser abstimmen können. Sie beschränken sich nicht auf agiles Coaching – das ist nur das Setting.

Teamleitungen gesucht

Was macht Teams erfolgreich? Kann man das lernen? Ab Herbst starten unsere Kurse für aktuelle und künftige Teamleitungen. Jetzt gibt es die Gelegenheit, den Kurs zu testen.

Wie überprüft man den aktuellen Stand einer neuen gemeinsamen Ablage?

Ihr habt in eurem Team die individuellen, unordentlichen Ablagen auf eine gemeinsame Ablage, die nach Vorgängen und Prozessen geordnet ist, umgestellt. Woher wisst ihr, ob das wirklich funktioniert? In diesem Beitrag gibt es 10 Auditfragen.

Nachschau zum Lean Coffee-Spezial "Agil einfach machen" (Interaktive Buchvorstellung)

Bei unserem Lean Coffee-Spezial Ende Mai waren wir von Lean Coffee Karlsruhe/Frankfurt Zeugen einer Buchvorstellung, doch nicht nur das – natürlich gab es auch einen nicht unbeträchtlichen Anteil an eigener Aktion, denn bei unseren Spezialterminen ist traditionell „Teilgabe“ angesagt. Das Autorenduo Christian Baron und Janick Oswald zeigte uns, was es mit „Agil einfach machen“ auf sich hat.  

Wie läuft ein Projekt zum Entwickeln von Szenarien ab?

Seit 2016 beschäftigen Edgar und ich uns intensiv mit der Szenariotechnik. Szenarien sind ein wirkungsvolles Werkzeug, um Projekte oder ganze Geschäftsmodelle auf ihre Zukunftstauglichkeit zu testen.

A simple project filing structure

Are there too many documents? But which ones are important? Project teams are drowning in information. There's no shortage of tools: emails, Slack channels, JIRA, Microsoft Teams, and Trello boards. But who can keep track of them all? A few simple rules can get a project team on track. I'll present the simplest project filing system here.