Direkt zum Hauptbereich

Ihr Körper braucht viel Luft.

Ich beobachte jede Woche, wie sich Kollegen, die Meetings oder Trainings moderieren oder Gespräche mit Kunden führen, selbst in Stresssituationen bringen, weil es Ihnen schwer fällt, einen klaren Eindruck zu vermitteln. Sie sind unsicher. Ihr Hals verspannt sich. Ihr Kehlkopf strengt sich an. Die Zuhörer, deren Kehlköpfe die Bewegungen des Sprechers mitmachen, sind dann auch angestrengt. Obwohl die Ideen der Kollegen an sich überzeugend sind, vermittelt sich bei ihren Zuhörern hauptsächlich eins: Stress.

Diese Übung ist für Euch, meine lieben Kollegen (/1/). Wenn Sie mitmachen und Ihren Stress reduzieren möchten, sich fokussieren oder Souveränität ausstrahlen möchten, machen Sie mit.

Atmen Sie bei den folgenden 18 Schritten so kräftig wie möglich durch den Mund aus. Wenn Sie nicht allein sind und die Übung unbemerkt machen möchten, können Sie die Luft auch leise durch die Nase ausatmen. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie Ihre Lunge vollständig leeren.
Unmittelbar nachdem Sie ausgeatmet haben, entspannen Sie Ihre Zunge, Stirn, Ihren Kiefer, unteren Bauch und Ihren Beckenboden. Beobachten Sie, wie sich die Luft ihren Weg durch Ihren Oberkörper bahnt. Lassen Sie zu, wie sich Ihr Oberkörper bewegen darf und genießen Sie die kleine Massage. Vermeiden Sie es unbedingt, die Luft aktiv einzuholen. Vertrauen Sie darauf, dass sich Ihr Körper, der viel Luft braucht, sie sich selbst holt.

Wiederholen Sie also 18 Mal folgendes:
  1. Atem Sie vollständig aus und führen Sie nacheinander eine der die nächsten 18 Aufgaben aus.
  2. Nachdem Sie ausgeatmet haben, lösen Sie Ihren Körper (Zunge, Stirn, Kiefer, unteren Bauch, Beckenboden)
  3. Lassen Sie die Atemluft Ihren Oberkörper bewegen.
Los geht’s:
  1. Atmen Sie die überflüssige Spannung aus Ihrem Körper weg.
  2. Fragen Sie sich, wie Sie sich gerade fühlen.
  3. Wo sitzt das Gefühl in Ihrem Oberkörper?
  4. Fragen Sie sich, was Sie sich für heute wünschen?
  5. Sagen Sie sich: „Ich vertraue dem Universum!“
  6. Sagen Sie sich: „Heute passiert etwas sehr Schönes!“
  7. Alle Lasten und Probleme der Vergangenheit, blasen Sie sie von sich weg!
  8. Sagen Sie sich: Ich löse meinen Körper und Geist von der Vergangenheit!
  9. Blasen Sie alle „Was-wäre-wenns“ von sich weg!
  10. Alle Zwänge, mit denen Sie Ihre Zukunft kontrollieren wollen, blasen Sie sie weg!
  11. Sagen Sie sich: Ich löse meinen Körper und Geist von der Zukunft!
  12. Sagen Sie sich: „Ich wähle, in diesem Moment zu sein!“
  13. Sagen Sie sich: „In den nächsten Minuten gibt es nichts, worüber ich mir Sorgen machen muss.“
  14. Fragen Sie sich, was in den nächsten Minuten Ihre Aufgabe sein soll.
  15. Was haben Sie davon, wenn Sie die Aufgabe erfüllen?
  16. Was ist das Wichtigste an dieser Aufgabe?
  17. Worauf richten Sie Ihre Wahrnehmung, während Sie die Aufgabe ausführen?
  18. Sagen Sie sich: „Jetzt habe ich Lust, anzufangen!“
Lassen Sie nun Ihren Atem wieder so fließen, wie er fließen möchte.

Wie darf sich Ihr Oberkörper jetzt bewegen? Wie fühlen Sie sich jetzt?

Anmerkungen:
  • /1/ Ursprünglich habe ich die Atemübung gefunden in Fiore, Neil, Ph. D., Awaken your strongest self: break free of stress inner conflict, and self-sabotage, McGraw-Hill USA, 1. Auflage, 2007, Seite 214 ff. und verbunden mit einem Prinzip aus der Stimmbildung, das darauf abzielt, den Oberkörper durch einen inspiratorischen Zug zu entspannen. In den letzten Jahren habe ich die Sätze immer wieder verändert. Ändern Sie sie so, wie es Ihnen gerade passt.
  • /2/ Seien Sie achtsam mit sich. In einem Training musste ein Teilnehmer den Workshop verlassen. Durch die leichte Massage des Oberkörpers und durch die Entspannung spürte er die Auswirkung einer großen emotionalen Verletzung. Wenn Sie innerlich aufgewühlt sind, ruhen Sie sich aus, beobachten Sie Ihre Atembewegung und machen Sie ein anderes Mal weiter.


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kategorien im Neuen Outlook - für das Team nutzen: Remake

Einer unserer erfolgreichsten Artikel auf diesem Blog ist im Teenageralter angekommen! Grund genug für ein Remake mit der aktuellen Outlook-Version. Spoiler: Es ändert sich nur wenig. 😉

Vom geheimen Anderssein in (deutschen) Unternehmen

Vielleicht kennen einige noch die Werbung einer Orangenlimonadenfirma aus den 80er Jahren: "Sind wir nicht alle ein bisschen bluna?" Dieses Wissen, metaphorisch gesprochen, setzt sich sehr zögerlich immer mehr im öffentlichen Bewusstsein fest: unsere Hirne sind nicht alle gleich. Im Arbeitskontext kann es zu nicht verstandenen Konflikten kommen, wenn alle über einen Kamm geschoren werden. Außerdem wundern sich Krankenkassen über steigende Ausgaben wegen Depressionen, Burnouts und Angstzuständen ihrer Mitglieder. Dafür könnte es Gründe geben, die weitgehend noch im Dunkeln zu liegen scheinen.

Das Ubongo Flow Game

Spiele bieten eine gute Gelegenheit, zeitliche Erfahrungen zu verdichten und gemeinsam zu lernen. Karl Scotland und Sallyann Freudenberg haben im Mai 2014 das Lego Flow Game veröffentlicht. Wir haben die Spielidee übernommen, aber das Spielmaterial gewechselt. Statt Legosteinen benutzen wir Material aus Grzegorz Rejchtmans Ubongo-Spiel. Hier präsentieren wir die Anleitung für das Ubongo Flow Game.

Viele Vorgänge und Projekte? Mit einem Vorgangsleitstand behält man den Überblick

Wer viele Vorgänge hat, braucht Mechanismen, um die wirklich wichtigen Vorgänge des Tages zu finden. Zwei Datumsfelder und ein Bearbeiterfeld reichen aus, um aus einer Vorgangsliste einen Vorgangsleitstand zu machen.

Struktur schlägt Heldentum - Eine Buchrezension

Ein neuer Ratgeber für gestresste Unternehmerinnen und Unternehmer ist erschienen. Bietet er wirklich nützliche Antworten auf ein bekanntes Problem? Ich denke, ja. 

Warum du als Führungskraft die ersten 90 Tage nicht dem Zufall überlassen solltest (und schlechtes Onboarding dich mehr kostet, als du denkst)

Der erste Arbeitstag ist meistens gut organisiert: Laptop, Zugänge, ein freundliches Willkommen. Die Wochen danach entscheiden aber, ob jemand bleibt – und genau da lassen die meisten Unternehmen ihre neuen Mitarbeitenden allein. Ich erinnere mich an eine erfahrene SAP-Beraterin, die in ein großes Transformationsprojekt eingestiegen ist. Fachlich absolut top, hoch motiviert, mit besten Referenzen. In der ersten Woche bekam sie einen Laptop, einen Zugang zum Wiki und den Satz: „Schau dich einfach mal ein bisschen um, du findest dich schon zurecht." Niemand hatte Zeit, ihr die Systemlandschaft zu erklären. Niemand stellte sie den Stakeholdern vor, mit denen sie ab Woche zwei zusammenarbeiten sollte. Nach zehn Wochen kündigte sie noch in der Probezeit. Ihre Begründung im Abschlussgespräch: „Ich hatte nie das Gefühl, gebraucht oder eingebunden zu sein. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob ich hier überhaupt richtig bin." Das Traurige daran: Sie war fachlich genau richtig. Ver...

Rebellieren für den Wandel: die 8 Regeln des totalen Stillstandes von Prof. Dr. Peter Kruse

In einem legendärem Vortrag skizzierte Peter Kruse 8 Regeln des totalen Stillstands. Ihm zufolge wurden die Regeln entwickelt, um Managern und Führungskräften dabei zu helfen, Bereiche mit potenziellem Widerstand gegen Veränderungen zu erkennen und Menschen auf strukturierte Weise durch den Veränderungsprozess zu führen.

Profi-Suche für Teams, OneDrive und SharePoint

Wenn ich nur eine Sache aus meinem kompletten Portfolio zeigen dürfte, würde ich die Suche wählen. Brauchen alle, kennt kaum jemand wirklich und ist zu alldem noch schnell umzusetzen. Ich zeige dir hier, wie du Dateien oder Informationen aus deiner Microsoft 365-Umgebung schnell und sicher findest.

Wer nicht Nein sagen kann, dessen Ja ist nichts wert.

Klar, wir wollen hilfsbereit sein, Dinge möglich machen, niemanden enttäuschen. Das ist eine gute, eine schöne Motivation, ein schönes Ziel. Nur: Wer immer ja sagt, gefährdet genau das: das gute Ergebnis. Ein Plädoyer für leistungsorientierte Ehrlichkeit.

Microsoft Teams: Die neuen Besprechungsnotizen - Loop-Komponenten

  Haben Sie in letzter Zeit in einer Teams-Besprechung die Notizen geöffnet? Dort sind inzwischen die Loop-Komponenten hinterlegt. Die sind zwar etwas nützlicher als das, was zuvor zur Verfügung stand. Trotzdem ist noch Luft nach oben. Und es gibt sogar einige ernstzunehmende Stolperfallen. Hier ein erster, kritischer Blick auf das was Sie damit tun können. Und auch darauf, was Sie besser sein lassen.